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Strohsterne und viel Tradition

Aplerbeck D ie genaue Anzahl der Strohsterne, mit denen Alma Berthelmann auch in diesem Jahr wieder den Tannenbaum in der Großen Kirche zu einem Weihnachtsbaum umfunktioniert hat, kann die Küsterin gar nicht beziffern.

21.12.2007

"Um die 50 werden es wohl gewesen sein." Mit einer Leiter und langer Stange ausgerüstet, hat sie sich schon in der letzten Woche an die Arbeit gemacht. Im Übrigen zum letzten Mal. "Ich werden im Sommer in den Ruhestand gehen", sagt Alma Berthelmann.

Elf Jahre war sie dann Küsterin in der Gemeinde, war sie für die Große Kirche und die Georgskirche verantwortlich. Elf Weihnachtsbäume hat sie in dieser Zeit geschmückt, "aber nur in der Großen Kirche", und hat damit eine lange Tradition fortgesetzt.

Pfarrer Kipper

Die hat ihren Ursprung vor über 150 Jahren. Und wie damals alles begann, davon weiß Siegfried Liesenberg zu berichten. Der Historiker und Buchautor ist so etwas wie ein wandelndes Geschichtslexikon. Und natürlich kennt der Historiker und Mitglied des Geschichtsvereins auch die Geschichten der Weihnachtsbäume. Und zwar die von denen, die in den Kirchen des Stadtbezirks zu den Weihnachtsgottesdienst hell erstrahlen. So soll es ein Pfarrer namens Georg Kipper gewesen sein, der großen Wert darauf legte, dass im Kirchespiel und Amt Aplerbeck Weihnachtsbräuche besonders gepflegt wurden. Das war um das Jahr 1872, als Kipper in Berghofen tätig war. Ab 1883 war dieser auch als zweiter Pfarrer in Aplerbeck tätig.

Liebe zum Detail

In seiner Studienzeit in Halle hatte er als Kandidat der Theologie eine Stelle als Oberpfleger im "Rauhen Haus" in Hamburg angenommen, wo Johann Hinrich Wichern den Grundstein zur Inneren Mission Deutschland gelegt hatte und dort Diakone, die "Brüder mit der blauen Schürze", ausgebildet hat. Bei dieser Arbeit lernte Pastor Kipper den Adventskranz mit den vier roten Kerzen kennen und den Weihnachtsbaum. Laut Siegfried Liesenberg ist anzunehmen, dass eben dieser Pastor Kipper dafür gesorgt hat, dass bald nach der Einweihung der Großen Kirche an der Märtmannstraße im Jahr 1869, die zu dieser Zeit Gotteshaus auch für Berghofen, Schüren und Sölde war, zu Weihnachten ein Baum in dem Gotteshaus steht.

So auch in diesem Jahr. Und Alma Berthelmann hat mit viel Liebe zum Detail dafür gesorgt, dass die schön geschmückte Nordmanntanne an den Weihnachtstagen die Augen der Kirchgänger zum Leuchten bringt. jöb

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