Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Stromausfall in Dortmund - 100.000 Haushalte betroffen

Kurzschluss in Wambel

In der Dortmunder Innenstadt und offenbar in südlichen Stadtteilen ist am Montagnachmittag großflächig der Strom ausgefallen. Der Strom fiel gegen 14.40 Uhr aus - nach etwa 15 Minuten war die Energie zurück. Etwa 100.000 Haushalte waren betroffen. Inzwischen ist der Grund des Ausfalls bekannt.

DORTMUND

von Von Karin von Cieminski, Tobias Großekemper, Ulrik

, 07.11.2011
Stromausfall in Dortmund - 100.000 Haushalte betroffen

Im Dunkeln lässt's sich munkeln: In vielen Büros in der Innenstadt ist der Strom ausgefallen. Damit waren auch die Computer arbeitsunfähig - und die Angestellten suchten mit einem Blick aus dem Fenster hilflos nach der Ursache.

Unter anderem war die Thier-Galerie komplett ohne Strom. Bei der Feuerwehr gingen zahlreiche Notrufe ein, weil Personen in Fahrstühlen feststeckten.

Der Schaden trat an einem der drei RWE-Einspeisepunkte Dortmunds auf. Von diesem Punkt aus wird etwa ein Drittel der Stadt mit Strom versorgt. "Die anderen Bereiche der Stadt sind abgetrennt, werden von anderen Einspeisepunkten versorgt", so DEW-Sprecherin Sabine Poschmann. Neben Dortmund waren auch Unna und andere Städte im Umland betroffen. Teilweise flackerten dort aber nur kurz die Lampen.

Inzwischen hat RWE erklärt, dass ein Kurzschluss im Umspannwerk in Wambel zu dem Stromausfall geführt. Dort wird der Strom vom Überlandnetz (110 Kilovolt) auf 10 Kilovolt heruntergeregelt. Was in dem Werk zu dem Kurzschluss führte, konnte ein RWE-Sprecher nicht sagen.

Umspannwerk Wambel auf einer größeren Karte anzeigen

Laut Technik im Johannes-Hospital war der Strom dort nur für ca. 5 Sekunden weg. Nach 15 Sekunden würde dort automatisch der Notstrom anspringen, aber Klaus Schmidt, stellvertretender technischer Leiter, gab an, alle wichtigen Funktionsbereiche, natürlich OP-Säle und Intensivstation, seien Batterie-gepuffert. Dort habe man außer höchstens einem Lichtflackern absolut nichts vom sekündlichen Ausfall bemerkt. Das Tiefbauamt teilt derweil mit, dass inzwischen alle Ampeln im Stadtgebiet wieder funktionieren. Reporter berichten uns allerdings, dass auf dem Wall teilweise Ampeln nicht funktionieren.  

Zahlreiche Kunden haben versucht, die Störung bei DEW21 zu melden. Die Leitungen dort waren aber stark überlastet. Eine Information des Versorgers: Wer Schäden durch den Stromausfall hat, soll sich ab Morgen in der haftpflichtabteilung des Versorgers melden.

Interessant, was so ein Stromausfall ans Tageslicht bringt: Auch das Theater in Dortmund besitzt ein Notstromaggregat. „Innerhalb von drei, vier Sekunden war bei uns der Strom wieder da“, so ein Sprecher.

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Stromausfall in Dortmund: 100 000 Haushalte ohne Energie

In Dortmund sind die Lichter ausgegangen: Von einem Stromausfall waren über 100 000 Haushalte und Geschäfte betroffen.
07.11.2011
/
Im Dunkeln lässt's sich munkeln: In vielen Büros in der Innenstadt ist der Strom ausgefallen. Damit waren auch die Computer arbeitsunfähig - und die Angestellten suchten mit einem Blick aus dem Fenster hilflos nach der Ursache.© Foto: Peter Bandermann
Die schöne Seite des Stromausfalls ...© Foto: Peter Bandermann
Reiner Schrimpf wollte sich in der stromfreien Zeit auf dem Westenhellweg einen Kaffee holen. Weil es keinen gab, hatte er eine gute Idee: "Für einen Kaffee setze ich mich gern aufs Fahrrad." Eine Minute später war die Spannung zurück.© Foto: Peter Bandermann
Keine Tor-Chance: Martin Panberg vom Verband der Ersatzkassen in Nordrhein-Westfalen an der Kampstraße kann mit seinem Schlüssel noch so sehr schließen. Das Tor im Hintergrund kann bei Stromausfall nicht arbeiten. Also: Kein Zugang zur Tiefgarage.© Foto: Peter Bandermann
Christian Liedtke und Philipp Ostrop (beide Ruhr Nachrichten) versuchen in der Innenstadt ins Mobilfunknetz zu kommen, weil mit dem Strom auch die Festnetztelefone ausgefallen waren. Teilweise war der Mobilfunk jedoch auch gestört.© Foto: Peter Bandermann
Leistungsstarkes Notfallmanagement: Die Damen vom "Wurst Willi"-Grill an der Petrikirche können sich selbst bei einem Stromausfall über Kundschaft freuen. Wie immer eine lange Schlange. Der Pommes-Nachschub ist nicht zum Erliegen gekommen.© Foto: Peter Bandermann

Einige Twitter-Follower berichten uns von weiterhin ausgefallenen Ampeln. Wir hören bei der Stadt nach. Außerdem haben wir bei RWE nachgefragt, ob schon etwas zu den Gründen des Ausfalls bekannt ist - bisher ohne Antwort.

Betroffen waren nach Angaben von Versorger DEW folgende Stadtteile: Weite Teile der Innenstadt, Hörde, Aplerbeck, Asseln, Wambel, Oespel und Brackel. Auch bei der Polizei fiel der Strom aus, hier sorgte ein Notstromaggregat dafür, dass die zahlreichen Notrufe abgearbeitet werden konnten.

Ebenfalls betroffen war der Dortmunder Flughafen. Dort übernahm allerdings sofort das Notstromaggregat die Versorgung, der Betrieb lief weiter, bis auch dort wieder mit Normalstrom gearbeitet werden konnte.

Wir haben von DEW21 erfahren, dass vom Ausfall etwa 100.000 Haushalte in Dortmund betroffen waren. Grund für den Stromausfall sei eine Störung am Übergabepunkt von RWE zu DEW in Wambel, erklärte Versorger DEW. Wie haben Sie den Stromausfall erlebt? Schreiben Sie uns bei Twitter, Facebook oder per Mail.

[View the story "Stromausfall in Dortmund" on Storify]

Lesen Sie jetzt