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Syburger Rentner erhebt Vorwürfe gegen Rechtsanwalt

18.12.2007

Das Vertrauen war riesengroß. Im Oktober 2003 wandten sich Richard J. und seine schwer kranke Ehefrau an einen Kölner Anwalt für Medizinrecht. Gestern, mehr als vier Jahre später, auf dem Flur des Landgerichts, stand dem 77-Jährigen aus Syburg die pure Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Denn der einstige Mann seines Vertrauens hatte ihn nun auf die Beklagten-Seite eines Zivilprozesses gezerrt. Und das trotz "niederschmetternder" Arbeitsergebnisse, so der Senior.

Was war passiert? Ausgangspunkt des Streits war eine Beruhigungs-Spritze. Die hatte Ursula J. Anfang 2002 von ihrem Hausarzt erhalten. Doch statt Linderung zu entfalten, war die Wirkung der Injektion fatal - die Frau erkrankte schwer. So schwer, dass sie fortan pflege- und hilfsbedürftig war. Im Herbst 2003 entschloss sich das Paar, um finanzielle Unterstützung wegen des angeblichen Arztfehlers zu kämpfen. Als Anwalt wählten sie den Juristen aus Köln aus. Warum? "Ich hatte im Fernsehen einen Bericht über ihn gesehen", so Richard J.

Doch wenn man dem Syburger weiter glaubt, dann tat sich in der Folgezeit nahezu nichts. Erst im März 2006, zweieinhalb Jahre nach der Beauftragung, fertigte der Jurist einen Klageentwurf an. Und schickte seine Rechnung. Doch die Rechtsschutzversicherung des 77-Jährigen befand: Im Entwurf wurde mit viel zu hohen Zahlen (der Anwalt forderte für den Kunstfehler über 400 000 Euro) gearbeitet, nur um die eigene Anwaltsrechnung in die Höhe zu treiben. Deshalb wurde die Bezahlung abgelehnt.

Im gestrigen Prozess forderte nun der Kölner Anwalt die Begleichung seiner Honorarforderung. Und die 21. Zivilkammer stellte klar: Ihrer Ansicht nach sei die Summe auch "keinesfalls völlig unrealistisch". Um den Fall aber ohne Urteil vom Tisch zu bekommen, steht nun ein Kompromiss-Vorschlag im Raum: Der Kölner Anwalt soll seine Rechnung ein bisschen nach unten korrigieren und Richard J. (beziehungsweise seine Versicherung) doch noch einlenken. Einigen sich beide Seiten nicht, dauert der Prozess noch Monate. wvb

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