Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Täter fühlte sich allein gelassen

24.08.2007

"Ich hätte mir frühere Konsequenzen gewünscht und einen Ansprechpartner, jemanden, der die Bremse gezogen und vielleicht vieles verhindert hätte", blickt Andreas Tempelmann auf die Zeit zurück, in der er als 15-Jähriger durch Gewalttaten aufgefallen ist und sich allein gelassen gefühlt hat. In der Festwoche zum 100. Geburtstag des Reinoldinums diskutierte er mit Fachleuten vor etwa 50 Zuhörern Ursachen und Wege aus der Gewalt in der Jugendszene.

Gutes Angebot

"Dortmund hat ein gutes Angebot an flächendeckender Versorgung von Freizeitangeboten für Jugendliche", nennt Stefan Woßmann, Leiter des Respektbüros des Jugendamtes, ein Instrument, mit dem die Stadt Jugendliche davor bewahren will, gewalttätig zu werden.

"Nicht genug", kritisiert der inzwischen 21-jährige Tempelmann. Durchbrechen konnte er die Spirale der Gewalt erst nach seiner Haft mithilfe des Anti-Aggressivitäts-Trainings des Vereins "die Brücke", der Anti-Gewalt-Training als Kriminalprävention, Täter-Opfer-Ausgleich und Straffälligenhilfe anbietet. "Da wurde mir erst klar, durch was ich mich alles provoziert fühlte und dass ich gezielt Gründe gesucht hatte, mich zu boxen", sagt Tempelmann. Und hier habe er auch den permanenten Ansprechpartner gefunden, der in schwierigen Situationen für ihn da war.

"Schutzburg"

Damit es gar nicht so weit kommt, hat das Frauenzentrum Huckarde vor zwei Jahren das Projekt "Schutzburg" ins Leben gerufen. "Ein niederschwelliges Angebot für Kinder und junge Erwachsene, die sich an alle Einrichtungen, Schulen und Geschäfte mit Schutzburg-Aufkleber wenden können, wenn sie sich bedroht fühlen", erläutert Christina Kaiser das Konzept, das außerdem Anti-Aggressions-Training für Kinder ab sieben Jahren beinhaltet.

"Coolness-Training"

"Coolness-Training" nennt das evangelische Jugendhilfezentrum Johannes-Falk-Heim sein Trainingsprogramm zur Gewaltprävention, in der auch eine Streitkultur geübt werden soll.

"Das sind keine Zwangsmaßnahmen, sondern wir wollen Hilfen geben für Jugendliche, die Probleme mit Gewalt haben", betont Diplompädagoge Johannes Niggemann. het

Lesen Sie jetzt