Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Taxifahrer mit Eisenstange verprügelt - Je fünf Jahre Haft

Landgericht

DORTMUND Der Albtraum jedes Taxifahrers: Für Udo K. (55) wurde er am 20. November 2009 traurige Wirklichkeit. Drei Räuber lockten ihn in eine einsame Sackgasse nach Dorstfeld, warteten, bis er ausstieg und prügelten ihn mit einer Eisenstange zusammen. Am Donnerstag hat das Landgericht Dortmund die Urteile gesprochen.

von Von Martin von Braunschweig

, 15.04.2010

Zwei 21 und 22 Jahre alte Freunde müssen für jeweils fünf Jahre in Haft. Ihr erst 15 Jahre alter Komplize war bereits im März vom Jugendgericht zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Wenn man die beiden schmächtigen Männer auf der Anklagebank sah, mochte man gar nicht glauben, dass sie zu einer derart brutalen und eiskalten Straftat fähig sein sollen. Brav und höflich standen sie den Richtern Rede und Antwort. Und auch als Udo K. in den Zeugenstand trat, präsentierten sie sich von ihrer wohlerzogenen Seite. „Ich möchte mich bei ihnen entschuldigen. Es kam alles anders als geplant“, sagte der 22-Jährige. Und sein Freund ergänzte: „Es tut mir Leid.“ Udo K. nahm die Entschuldigung an – unter einer Bedingung. „Wenn ihr das ehrlich meint, ist das okay für mich“, sagte der Taxifahrer. „Ich hoffe nur, dass das nicht nur so Blabla war...“ Der 55-Jährige hatte bei dem Überfall mehrere Platzwunden am Kopf und unzählige Blutergüsse am ganzen Körper erlitten. „Ich war von oben bis unten grün und blau“, erinnerte er sich. Im Krankenhaus wollte er trotzdem nicht bleiben. Inzwischen sitzt er sogar schon wieder hinter dem Steuer. Sein mehrfach gebrochener Finger stört ihn nicht mehr. Nur nachts, da lässt Udo K. andere ran: „Ich mache die Tagschicht. Nachts ist nicht mehr so mein Ding.“ Die Angeklagten hatten die Beute für Kokain und Döner ausgegeben. Einen Teil ihrer Haftstrafe sollen sie nun in einer Drogenklinik verbringen.