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Teilzeitkraft betreut bis zu 70 Fälle

07.03.2008

Katastrophale Arbeitsbedingungen in der städtischen Jugendhilfe: Davon berichteten rund 20 Mitarbeiter aus allen Stadtbezirken, die sich am Freitag auf Initiative der Gewerkschaft verdi getroffen hatten.

"Es war noch nie so schlimm wie heute." Eine Äußerung, die laut verdi-Sekretär Martin Steinmetz nicht nur einmal fiel. Vor allem personell arbeiteten die Mitarbeiter weiterhin am Limit. "Was die Amtsleitung den Beschäftigten abverlangt, grenzt an Körperverletzung", findet der 46-Jährige. So schilderte eine Sozialarbeiterin, dass sie aktuell 60 bis 70 Fälle betreuen muss. Wenn es zu Krisen käme, sei sie tagelang fast ausschließlich im Einsatz - dabei hat sie nur einen Teilzeitvertrag.

Immer häufiger komme es zu Inobhutnahmen - verbunden mit Schicksalen, die selbst hartgesottenen Sozialarbeitern die Worte stocken lassen. Der Pflegekinderdienst, so eine Mitarbeiterin, habe viel zu wenig Ersatzfamilien für die betroffenen Jungen und Mädchen.

Kein Konzept

Zudem, so Steinmetz, gebe es überhaupt kein Konzept: "Die 20 neuen Mitarbeiter sind nicht eingearbeitet worden. Jeder macht es so, wie er es für richtig hält." verdi will jetzt das tun, was das externe GPA-Gutachten von der Stadt gefordert hatte: Standarts und Grenzen kommunaler Sozialarbeit festlegen. Dazu will die Gewerkschaft in Kürze ein Symposium veranstalten, zu dem auch Experten aus Nachbarstädten eingeladen werden. weg

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