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Träger des Goldenen Nashorns

28.08.2007

Jochen Brorhilker (60) ist einer von 20 Konzerthaus-Botschaftern. Warum, darüber sprach der ehemalige Leiter der Dortmunder Ernst & Young-Niederlassung mit Katrin Pinetzki.

Was haben Sie denn da am Revers?

Brorhilker: Das ist ein goldenes Nashorn, das gibt es nur für Förderer und Sponsoren. Ich trage es als Zeichen meiner Identifikation.

Und warum identifizieren Sie sich damit?

Brorhilker: Ich bin seit der Eröffnung begeisterter Abonnent. Ich erinnere mich noch an mein erstes Konzert: Ich kam mit meiner Frau völlig abgehetzt nach einem langen Arbeitstag, eigentlich hatten wir gar keine Lust. Es wurde ein phantastischer Abend! Nach einer Viertelstunde ist der Stress abgefallen. Außerdem identifiziere ich mich mit der Stadt, das geht gar nicht anders, wenn man 35 Jahre lang dort gelebt und gearbeitet hat. Dortmund hat noch immer ein Image-Problem, und das Konzerthaus ist ein außerordentlich wichtiger Imageträger, ein Juwel.

Was tun Sie als Botschafter für das Konzerthaus?

Brorhilker: Botschafter fördern das Haus im Jahr mit 1000 Euro, Unternehmen zahlen 2000 Euro. Ich gehöre dabei zu einem Kern von fünf Botschaftern, die versuchen, durch ihr Netzwerk möglichst viele weitere Botschafter zu werben. Mir gelingt das meist dadurch, dass ich sie einfach zu einem Konzert einlade. Es müssten noch viel mehr werden, die mit ihrem Namen öffentlich zum Konzerthaus stehen. Meine Botschaft ist: Es gibt kaum eine Institution, die geeigneter ist, Dortmund positiv in die Schlagzeilen zu bringen.

Was ist der Unterschied zum Sponsoring?

Brorhilker: Beim Sponsoring gibt es Verträge, der Sponsor erwartet eine Gegenleistung. Wir Botschafter haben natürlich auch manche Vorzüge, aber das ist nicht unser Hauptmotiv.

Hat denn das öffentlich geförderte Konzerthaus solche Unterstützung überhaupt nötig?

Brorhilker: Eindeutig ja. Das Konzerthaus hat zwar einen großen Etat, aber anders als etwa die Philharmonie Essen muss Dortmund auch die Finanzierungskosten und Abschreibung des Gebäudes selbst tragen. Nur ein Rest bleibt fürs Programm, daher ist Intendant Stampa auf Fördergelder angewiesen, um ein abwechslungsreiches, anspruchsvolles Programm zu machen. Ansonsten gäbe es wohl zwanzig Mal pro Saison die "Fledermaus".

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