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Türkisches Party-Plakat sorgt für Irritationen

26.12.2007

Türkisches Party-Plakat sorgt für Irritationen

<p>Pfarrer Ingo Maxeiner stößt sich am Plakat. Wegener</p>

"Turka" heißt die große Silvesterparty, die am Montag in den Westfalenhallen steigt, angekündigt als "das türkische Event im Herzen Europas". So ist es auf den Plakaten zu lesen, mit denen der Veranstalter "Turka Events" zurzeit wirbt. Nur ein einziger Satz prangt da auf türkisch, und genau der lässt Pfarrer Ingo Maxeiner von der St. Marienkirche verständnislos den Kopf schütteln. "Turka geliyor almanya yikiliyor" steht auf dem Plakat. "Das heißt soviel wie ,Das Türkische kommt - Deutschland stürzt ein", sagt Maxeiner, der in der Türkei geboren wurde und dort sieben Jahre lang lebte. Zur Sicherheit schlug er noch einmal im Wörterbuch nach. "So ein Satz gehört sich nicht", findet er, "die Religionen und Völker sollten einander mit Respekt begegnen." In der Türkei, da ist er sicher, würde eine solche Aussage auf einem deutschen Plakat für Riesen-Aufregung sorgen. Eine Meinung, die der Pfarrer auch bei seiner Predigt an Heiligabend in der voll besetzten Marienkirche kundtat.

Veranstalter Ozan Arac fiel aus allen Wolken. "Man kann den Satz in diesem Zusammenhang gar nicht missverstehen", findet er - für ihn lautet die Übersetzung so: (Die Party) Turka kommt - Deutschland lässt es krachen. "Es geht nur ums Feiern, alles Politische ist absolut tabu", so Arac. Der Satz sei schon seit einigen Jahren Slogan der Turka-Partys, nie habe jemand daran Anstoß genommen. Auch diesmal sei die Party, zu der mehrere Tausend Besucher erwartet werden, europaweit beworben worden. "Unsere Gäste, darunter etwa ein Viertel Nicht-Türken, wissen, dass damit nur das Feiern gemeint ist", versichert er. Deutschland bebt, erzittert, feiert - für ihn ist der Werbespruch ein Wortspiel, eine Metapher. Dass gerade dieser Satz der einzig türkische auf dem Plakat steht, sei ihm nicht bewusst gewesen. pin

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