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Türme als Blickfang

"Orte der Einkehr und des Gebets" stehen zum Tag des offenen Denkmals am 9. September im Mittelpunkt. Wir stellen sie in einer Serie vor. Heute: Alte Kirche Wellinghofen und St. Patrokli in Kirchhörde.

28.08.2007

Weit in die Geschichte zurück reichen die Wurzeln der Alten Kirche in Wellinghofen und von Patrokli in Kirchhörde. Im offiziellen städtischen Programm zum Tag des offenen Denkmals sind sie nicht verzeichnet, gleichwohl aber an den Aktivitäten des bundesweiten Denkmaltages beteiligt.

Schon von außen zeigt der mächtige romanische Turm den besonderen Charakter der Alten Kirche in Wellinghofen. Wie etwa auch St. Peter in Syburg diente sie als Wehrkirche, bot Schutz und Zuflucht. Auf dem Weg zur Wallfahrt nach Syburg diente sie den Pilgern aus Dortmund auch als Rastort.

Romanischer Taufstein

Im Kern entstand die Kirche St. Chrysanthus und Daria vermutlich um 1230 an Stelle einer frühen Saalkirche aus dem 9. Jahrhundert. Im 14. Jahrhundert wurde sie zur Hallenkirche umgebaut. Der letzte Umbau, der dem Gotteshaus im wesentlichen die heutige Gestalt gab, fand Anfang des 20. Jahrhunderts statt.

In den 1970er-Jahren ging man zudem der Geschichte der Kirche auf den Grund - und entdeckte dabei u.a. romanische Wand- und Deckenausmalungen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Ein Blickfang ist auch der alte romanische Taufstein, der mit seinem gewaltigen Volumen an die frühere Ganztaufe erinnert. Im 18. Jahrhundert wurde er im Zuge des "Wellinghofer Kirchenstreits" zwischen reformierten und lutherischen Christen aus der Kirche verbannt, zeitweise als Viehtränke oder Löschbottich genutzt, bevor er vor knapp 80 Jahren als Geschenk des letzten Besitzers in die Kirche zurückkam.

Aus dem 13. Jahrhundert stammt die alte Läuteglocke. Erhalten sind außerdem ein spätgotisches Sakramentshäuschen mit Tympanon und eine Orgel von Johann Georg Alberti von 1709. Die an den Seitenwänden der Kirche und im Turmbereich angebrachten Grabsteine stammen aus der Zeit zwischen 1646 und 1750 und gehören bis auf zwei Ausnahmen zu Gräbern von Mitgliedern der Familie von Romberg.

Jüngeren Datums, aber auch mit langen geschichtlichen Wurzeln, ist die Patroklus-Kirche in Kirchhörde. Schon im 10. Jahrhundert gab es an ihrer Stelle eine Kapelle, die dem Heiligen Patroklus geweiht war - möglicherweise eine Zwischenstation für die Reliquien des Heiligen, die 964 von Köln nach Soest überführt wurden. Anfang des 12. Jahrhunderts entstand eine neue Kirche mit dem selben Patron, die wegen Baufälligkeit zwischen 1789 und 1807 durch den heutigen Kirchbau ersetzt wurde. Bekannt ist er besonders wegen seines Turms, der der alten Haube der St. Reinoldikirche ähnelt - was Patrokli im Volksmund den Namen "Klein-Reinoldi" einbrachte.

Alte Grabmale

Trotz vieler Renovierungen gibt es dort aber auch heute noch viele historische Zeugnisse. Ältestes Stück ist der Taufstein von 1540, der bis ins 19. Jahrhundert auf dem Platz vor der Kirche stand. Die ältesten Grabmäler des noch immer genutzten Friedhofs reichen bis in die Zeit unmittelbar nach der Reformation zurück. Der älteste Grabstein für Peter tho Holthusen stammt aus dem Jahr 1584. Oli

Am Tag des offenen Denkmals (9. 9.) ist die Alte Kirche Wellinghofen an der Overgünne von 11 bis 13 und 15 bis 18 Uhr geöffnet. Führungen finden nach Bedarf statt.

St. Patrokli , Patroklusweg 19, ist von 10 bis 11 und von 12.30 bis 16.45 Uhr geöffnet. Führungen gibt es um 12.30 und 14 Uhr.

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