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Turbo-Abiturienten rasen am Praktikum vorbei

Doppeljahrgang

DORTMUND Sie müssen den Abiturstoff ein Jahr schneller draufhaben, um sich dann mit einem weiteren Jahrgang um Ausbildungs- und Studienplätze zu streiten, für sie gibt es nicht genug Leihbücher und Fachräume sind knapp: Der erste Jahrgang, der nach 12 statt 13 Jahren die Abiturprüfung macht, kämpft mit allerlei Widrigkeiten.

von Von Susanne Riese

, 15.04.2010
Turbo-Abiturienten rasen am Praktikum vorbei

Jetzt zeichnet sich ein neues Problem ab: Die Plätze für die üblicherweise in Klasse 9 oder 10 stattfindenden Berufspraktika reichen schwerlich für die doppelte Anzahl an Jugendlichen. Deshalb hat das Phoenix-Gymnasium in Hörde entschieden, die Praktikumswochen für die Neuntklässler zu streichen. „Wir hatten vorher schon Probleme, genug Plätze für unsere Praktikanten zu finden“, erklärt Koljan Delkus, zuständig für die Berufsberatung an der Schule.

Auch müsse der erste „G8-Jahrgang“ so viel Neues verkraften. „Außerdem wollen wir Erfahrungen sammeln, wann beim verkürzten Abitur der beste Zeitpunkt für das Berufspraktikum ist.“ Das Heisenberg-Gymnasium in Eving verkürzt das Praktikum von drei auf zwei Wochen und setzt die Jahrgänge zeitversetzt ein. Die Ausflüge in die Berufswelt ganz ausfallen zu lassen, hält Schulleiterin Anne Smerdka nicht für sinnvoll. „Gerade diese Schüler sollten die Arbeitswelt erleben“, so die Sprecherin der Gymnasien. Um das möglich zu machen, entlässt Ulrich Möllencamp vom Helene-Lange-Gymnasium seine Schüler nach wie vor in Klasse 10 ins Praktikum. „In der 9. Klasse ist das noch nicht so effektiv.“

Ähnlich regelt es das Goethe-Gymnasium in Hörde. Die jetzigen Zehntklässler absolvierten ihr Praktikum bereits Anfang November, die „G8-Praktikanten“ gehen dann Anfang 2011 in die Betriebe, allerdings nur für zwei statt bislang drei Wochen. Sabine Neuser, Schulleiterin am Reinoldus- und Schiller-Gymnasium in Dorstfeld, setzt auf gute Kontakte, um alle Schüler aus dem 9. und 10. Jahrgang Ende Januar 2011 unterzubringen. „Ich hoffe, das klappt.“