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Über Engel und den Tod

Kinder haben auf einer Beerdigung nichts zu suchen, denken viele Erwachsene, und nehmen sie gar nicht erst mit zur Trauerfeier. Tabuthema Tod: das wollen die Friedhofsgärtner jetzt aufbrechen.

22.10.2007

Unter dem Motto "Kinder, Tod und Lebensfreude" starteten sie gestern auf dem Ostfriedhof ihr Pilotprojekt, mit dem sie Kindern den Tod als natürlichen Teil des Lebens begreiflich machen wollen.

Friedhofsgärtner Norbert Toppmöller hatte die Kleinen samt Eltern und Erzieherinnen des Reinoldi- und Marienkindergartens (Heiliger Weg) eingeladen, um ihnen "seinen" Friedhof mit Gräbern, Engelsfiguren und Blumen zu zeigen - ein Ort zum Abschiednehmen, Trauern und Nachdenken.

Begleitet wurde die Gruppe von Kulturpädagogin Manuela Wenz. Gleich zu Beginn stellten sich alle Beteiligten im Kreis auf. "Der hat keinen Anfang und kein Ende", so Wenz, "genau wie das Leben". Kinder müssten sich als Teil des ewigen Werdens und Vergehens begreifen. Da sei die Natur eine gute Hilfe. Die erneuere sich auch immer wieder, wie an den Jahreszeiten gut zu erkennen sei.

Schließlich kreierten sie selbst einen kleinen Ort zum Abschiednehmen. Mit Blumen bepflanzt bietet der rund einen Quadratmeter große Flecken den Kleinen die Möglichkeit, tote Bienen, Fliegen oder auch mal einen Vogel zu beerdigen. "Für Haustiere wie Hamster gibt es aber unseren Tierfriedhof", sagt Martin Struck, Geschäftsführer der Friedhofsgärtner e.G.

"Wenn wir Kindern zeigen, dass der Friedhof ein pietätvoller Ort ist, auf dem keine Randale gemacht wird, müssen wir keine Angst davor haben, dass sie sich dort als Jugendliche daneben benehmen", ist Struck überzeugt.

Langsam will er das Projekt weiter ausbauen, in Zukunft verstärkt mit Friedhofsführungen an Schulen und Kindergärten herantreten. "Der Tod gehört zum Leben dazu", sagt er und weist auf das Angebot von Trauerliteratur - auch für Kinder - hin, die es in der Friedhofsgärtner-Bibliothek, Am Gottesacker 52, auszuleihen gibt. bel

Infos unter Tel. 56 22 93-0

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