Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Über Lust und Laster

25.10.2007

"Ach, das ist ja interessant", stellt der Mann hinter der Zeitung fest, "in der nächsten Woche gibt es eine Führung zu ,Lust und Laster in Dortmund'." Neugierig lasse ich von meinem Müsli ab: "Wie? Eine Rathaus-Führung?" - "Nein, nur der Start ist vor dem Rathaus" sagt er, "das ist eine Führung zum Mittelalterfest".

Einen Löffel Müsli später reift bei mir die Erkenntnis, dass die Führung durchaus einen Abstecher ins Rathaus wert wäre: "Was einem rund ums politische Epizentrum der Stadt an Lust und Laster geboten wird, ist doch auch schon von historischer Dimension: Unterschlagung, Drogen, sexuelle Belästigung, Erpressung . . ."

" Was? Sex and Crime im Rathaus?" - mein noch verschlafener Sohn ist hellhörig geworden. "Halt dir mal die Ohren zu," sag' ich, "das ist nicht jugendfrei, was da passiert". - "Sonst meckerst du immer, dass ich mich nicht genug für Politik interessiere", mault er.

"Du solltest da nicht mehr so oft hinlaufen," warnt mich der Mann am Tisch, "wenn man in diesen Tagen nur ins Rathaus hineingeht, ist man doch schon verdächtig". - "Das Ganze sorgt aber für rege Kommunikation und Stimmung in den Amtsstuben," wende ich ein, "einige sind zwar verschnupft, aber die gerade mal Unverdächtigen klopfen sich auf die Schenkel". Der Mann, der mir immer die Welt erklärt, mahnt: "Mit Schenkelklopfen kann man auch ganz schnell unter den Verdächtigen sein."

"Du hast Recht", räume ich ein, "und nach dem Gesetz der Serie haben wir noch einiges aus dem Rathaus zu erwarten. Vielleicht ein saftiges Eifersuchtsdrama bei Rot-Grün, das letztlich zum Bruch auch der politischen Partnerschaft führt?" - "Ach was, lass gut sein", winkt mein Gegenüber ab, "das, was sich zurzeit im Rathaus abspielt, kann man nicht besser erfinden".

PS: Um noch mal zur mittelalterlichen Führung zurückzukommen. Böse Zungen behaupten, dass dort, wo das Rathaus heute steht, früher mal ein Friedhof gewesen sein muss. Wegen der Leichen im Keller . . .

Lesen Sie jetzt