Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Umfrage zum Rauchverbot in Unternehmen

Paffen problemlos

DORTMUND Beim Rauchen ist der Westfale entspannter als der Rheinländer. In Dortmund sorgt das Rauchverbot am Arbeitsplatz offenkundig kaum für Konflikte.

von Von Bettina Kiwitt

, 10.04.2010
Umfrage zum Rauchverbot in Unternehmen

Udo Bullerdieck, Pressesprecher der Stadt Dorrtmund.

Ganz anders in Köln: Dort hat die Stadt ein absolutes Rauchverbot eingeführt. Es darf nur außerhalb der Dienstgebäude und außerhalb der Kernarbeitszeiten gepafft werden. Ein Beamter klagte sein Recht auf einen Raucherraum ein – und verlor. Auch bei der Dortmunder Stadtverwaltung gibt es keine speziellen Raucherräume, weiß Stadtpressesprecher Udo Bullerdieck.

Doch auf bestimmte Zeitfenster, zu denen die Mitarbeiter ihren Lungenschmacht stillen dürfen, wird verzichtet. Auf die Arbeitszeit angerechnet wird das Zigarettenpäuschen ebenfalls nicht. Bei städtischen Töchtern DSW21 und DEW21 dürfen sich die Raucher immerhin über eigene Räume freuen. Die Arbeitszeit, die in blauem Dunst aufgeht, wird ebenfalls nicht kontrolliert. Für die Raucher unter den 950 Mitarbeiter von Materna gibt es kleine Fluchträume, wo sie ihrer Sucht frönen können. „Wir halten das flexibel“, so Christine Siepe, Pressesprecherin des Softwareunternehmens.

Für die Paffpause wird keine Zeit gestoppt. „Das machen wir bei der Kaffeepause ja auch nicht“. Ein Argument, das von anderen Arbeitgebern ebenfalls angeführt wird. Bei der Gewerkschaft verdi ist Geschäftsführer Michael Bürger kein Fall bekannt, dass es aufgrund der Regelungen zum Rauchen in einem Betrieb zu größeren Konflikten gekommen ist. Und auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz hatte in diesem Jahr noch keine Anfrage zu dem Thema. Verständlich, dass immerhin die AOK ihren Mitarbeitern den gesundheitsschädlichen Glimmstängel so gut es geht vermiest.

„Wer während der Arbeitszeit das Rauchen nicht sein lassen kann, muss bei der Arbeitszeiterfassung auschecken und das Haus verlassen. Wir haben keinen schmucken Raucherpavillon, sondern geraucht wird am Hintereingang,“ erklärt Karl-Josef Steden, Pressesprecher der AOK Westfalen-Lippe. Ein rigoroses Rauchverbot halte das Unternehmen mit Sitz in Dortmund aber für „nicht zielführend“. Die Mitarbeiter, die selbstverständlich bei der AOK versichert seien, könnten jedoch an den Raucherentwöhnungskursen des Konzerns teilnehmen.