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"Unmögliche Abzocke"

Auch die Dortmunder müssen demnächst für Molkereiprodukte noch tiefer in die Tasche greifen. Unsere Zeitung hat sich einmal umgehört - und Passanten bei Rewe, Plus und im Eiscafé Dolce Vita befragt.

28.08.2007

Brunhild Claus (58, Foto 1) meint zu der geplanten Preiserhöhung: "Sie wäre gerechtfertigt, wenn auch die Bauern davon profitieren würden. Zur Zeit bekommen sie ja nur den kleinsten Teil und das ändert sich bestimmt so schnell nicht. Der Großteil versickert im Handel. Ich verzichte in Zukunft aus Protest vielleicht auf Quark, aber Milch und Käse muss ich einfach kaufen."

Jürgen Röttger (42, Foto 2) teilt diese Meinung. "Wenn die Erhöhung bei den Landwirten ankommt, hätte ich für die Preissteigerung Verständnis. Ich habe daran aber Zweifel und vermute, dass sich der Einzelhandel das Geld in die Tasche steckt. Ich ändere mein Kaufverhalten aber nicht, denn Milchprodukte sind nicht der größte Posten in meiner Haushaltskasse."

"Ich versuche in Zukunft alles eine Marke billiger zu bekommen," so Rainer Lau (54, Foto 3). "Einen Preisanstieg bei Milch und Käse kann ich noch nachvollziehen, bei Schokolade hört mein Verständnis aber auf. Der Handel nutzt die Gelegenheit um sämtliche Produkte teurer zu machen, auch die, die nur einen geringen Milchanteil haben."

"Diese Art der Abzocke finde ich unmöglich. Die erste Erhöhung ist noch gar nicht lange her, und jetzt folgt schon die zweite. Ich kaufe in Zukunft auf jeden Fall weniger Milch, Käse und Quark. Auf Eis oder Schokolade könnte ich auch ganz verzichten," empört sich Uta Kirchbaum (47, Foto 4).

Vincent Rotunno (42, Foto 5) sieht das ähnlich, möchte aber nicht zu so drastischen Mitteln greifen. "Ich kaufe weiter so ein wie bisher, obwohl ich den erneuten Preisanstieg ungerechtfertigt finde und auch nicht ganz nachvollziehen kann. Wenn die Bauern davon profitieren, hätte ich dafür Verständnis, aber ich fürchte das wird nicht der Fall sein."

"Ich finde den Anstieg okay," erklärt Ulrich Mischke (28, Foto 6). "Immerhin haben die Discounter die Molkereien jahrelang im Preis gedrückt. Es ist daher einleuchtend, wenn die Discounter die Preise anheben, sie sind schließlich keine Wohlfahrtsorganisation. Außerdem bin ich überzeugt, dass die gesamte Kette, vom Bauern bis zum Handel, von den Gewinnen etwas abbekommt. Ich kaufe auch weiterhin unbekümmert ein, schließlich leiste ich mir auch regelmäßig teurere Produkte, eine Schachtel Zigaretten etwa."

Fazit: Auch wenn sich die meisten Dortmunder über die Preistreiberei aufregen, können und wollen nur die wenigsten auf Molkereiprodukte verzichten. Julia Schemmer und Lisa Spieker

Siehe überregionale Wirtschaft

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