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Unterhaltung mit Köpfchen

6400 Menschen verdienen in Dortmund ihr Geld in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Einige dieser "kreativen Köpfe" stellen wir in unserer Serie vor. Heute: Helga Reichel, Heinz-Werner Hübel und Rudi Mika vom Verlag Aktive Musik.

14.12.2007

Unterhaltung mit Köpfchen

<p>Rudi Micha, Heinz-Werner Hübel und Helga Reichel (v.l.) mit ihren Hörspielschätzen. Kiwitt</p>

Literaturgeschichte kann richtig spannend sein. Schriftsteller sind eben auch nur Menschen. Etwa Karl May, der immer wieder ins Gefängnis wanderte. Oder Gotthold Ephraim Lessing, der bei der Premiere von "Emilia Galotti" Zahnweh vortäuschte. Wer mehr zu den Hintergründen wissen möchte, sollte dem Hörspiel "Lust auf Literatur!" lauschen. Das ist zwar für Kinder und Jugendliche konzipiert, "aber auch Erwachsene können Spaß daran haben", verspricht Rudi Mika.

Der 52-Jährige ist Produzent beim Verlag Aktive Musik, den er gemeinsam mit Helga Reichel und Heinz-Werner Hübel vor 20 Jahren gründete. Die Frau in der Runde kümmert sich um alles, was mit dem Einkauf und der Verwaltung von Rechten zu tun hat, Hübel ist der Mann für die Finanzen.

Von Anfang an hatte das Trio Kinder und Jugendliche im Blick, denen es Unterhaltung mit Köpfchen, aber ohne erhobenen Zeigefinger bieten will. Das gelingt dem Team ausgezeichnet. Für seine hochwertigen Hörspiele unter dem Label Igel-Records konnte es schon einige Preise einsammeln. So den renommierten Hörbuchpreis 2005 für "Darf ich bleiben, wenn ich leise bin?" von Andrea Hensgen. Oder erst im September den Medienpreis "Leopold" für die beiden Produktionen "Tims wundersame Sternenreise" und "Lucia und das Drachenhalsband", die von den Musikschulen das Prädikat "Gute Musik für Kinder" erhielten.

Bekannte Sprecher

Das Geheimnis ihres Erfolges ist auf mehrere Komponenten zurückzuführen. Es ist die richtige Auswahl der Bücher, die sich als Hörspiel eignen müssen. Dazu gehören Geschichten von Autoren wie Astrid Lindgren, James Krüss oder Paul Maar. Deren Werke werden von "Supersprechern", so Rudi Mika, - bekannten Schauspielern wie Hannelore Hoger oder die Tatortkommissare Miroslav Nemec oder Udo Wachtveitl - erzählt. Den letzten Schliff gibt's dann im Tonstudio von Ralf Kiwit. Flapsig ausgedrückt ist dort Rudi Mika für alles, was Saiten hat, zuständig, Kiwit hat hingegen vom Tuten und Blasen Ahnung. Die beiden bringen Musik und Text professionell zu einer Einheit zusammen.

60 Produktionen im Jahr schafft der kleine fünfköpfige Verlag im Klinikviertel, ein stolzes Pensum. Eine der erfolgreichsten und hoch gelobtesten ist die Reihe über griechische Sagen. Rund 300 000 CDs wurden hier in den vergangenen zehn Jahren verkauft. Die Kinder begegnen beim Hören Prometheus, Pandora, Orpheus, Zeus & Co. "und können hinterher die 35 Helden im Kampf um Troja aufsagen", hat sich Mika schon gewundert. "Die Sagen werden so erzählt, dass sie Spaß machen, also nicht in Hexametern." Die Jury der hr2-Bestenliste nannte die Nacherzählung von dem Kampf um Troja "überragend".

Rufer im eigenen Land

Ein bisschen ärgert die drei, dass ihr Verlag vor Ort nicht richtig wahrgenommen wird. "Da vergibt die Stadt Produktionen nach Köln, obwohl wir vor Ort sitzen und hier die Gewerbesteuer zahlen", regt sich Helga Reichel auf. Vielleicht müsste Igel-Records einfach mal die Stadtgeschichte Dortmunds in einem spannenden Hörspiel verpacken. Bettina Kiwitt

www.igel-records.de

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