Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Unterschiedliche Vorstellungen von Barrierefreiheit

20.08.2007

Das Entfernen einer Stufe vor dem Lokal erhöht den Umsatz. Kein Zitat eines Wirtschaftsweisen, sondern ein Faktum. Und es ist fünf Jahre nach Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes nach wie vor aktuell, wie eine Anhörung der Grünen im Dortmunder Rathaus bewies.

Der Dortmunder Bundestagsabgeordnete Markus Kurth (Foto) hatte in den Westfalia-Saal geladen. Rund 100 Besucher waren dem Schreiben gefolgt, um sich über den Stand der Politik zu informieren und Kritik zu äußern. Viele Betroffene nahmen Anstoß an den öffentlichen Verkehrsmitteln: "Ich kann keine Treppen steigen", berichtet Veronika Rathsack (53). "Wenn mich mein Freund nicht begleitet, kann ich die Bahn nicht benutzen." Ursula Zimmermann (67) sieht es ähnlich: "Die Verkehrsverhältnisse müssen verbessert werden." Handlungsbedarf sieht die Behinderten-Referentin der Uni Dortmund, Gada Jammoul (24), auch an der Alma Mater: "Da wird ein Gebäude ausgebessert, und das war's dann." Für Rollstuhlfahrer wie sie sei der Zugang zu allen Hörsälen nicht gewährleistet: "Es wäre schön, wenn sich das ändert."

So sieht es auch Markus Kurth: "Uns fehlt nach wie vor die Verbindlichkeit des Gesetzes." Es sei beispielsweise schwierig, eine barrierefreie Wohnung zu finden. "Hier müsste man doch auf die Wohnungsbaugesellschaften zugehen können", glaubt der Abgeordnete. Auch das behindertengerechte Umfeld könne durch "Zusammenarbeit mit der Wirtschaft" erreicht werden.

Ein weiteres Problem äußerten die gehörlosen Teilnehmer: Da in den Unternehmen Übersetzer fehlten, sei es nahezu unmöglich, Arbeit zu finden. "Hier könnte das Modell der ARGE mit einem Pool von Sprachdolmetschern als Vorbild dienen", so Kurth. Es sei nicht verwegen, "wenn man einen Teil der Mitarbeiter im Betrieb verpflichtet, die Gebärdensprache zu lernen." dac

Lesen Sie jetzt