Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Viel Beifall für scharfe Rede

DORTMUND Es war eine lange, unerwartet scharfe und zugleich humorvoll-lehrreiche Rede, mit der sich Rafik Schami am Sonntag im Rathaus für den Nelly-Sachs-Literaturpreis der Stadt Dortmund bedankte.

von Von Katrin Pinetzki

, 09.12.2007
Viel Beifall für scharfe Rede

Rafik Schami bedankte sich mit einer langen Rede, die wir in Auszügen bringen.

Dabei kritisierte er arabische ebenso wie katholische Rückständigkeit. Mit langem Applaus quittierten es die Besucher im voll besetzten Bürgersaal – Rafik Schami hat viele neue Fans gewonnen.

„Als großer Rhetoriker konnte er sich leisten, länger als 20 Minuten zu sprechen. Er hat viele Themen gestreift, aber sein Grundton war Optimismus“, urteilte Ulrich Moeske, Leiter der Stadt- und Landesbibliothek. „Ebenso heiter wie klug und politisch anregend“ fand die Rede Kulturdezernent Jörg Stüdemann, „sie stimmt optimistisch.“ „Genial! Herrlich!“, so Klauspeter Sachau vom Verein für Literatur, „ich hätte nicht gedacht, dass er so politisch wird.“ In einer Dankesrede, meint Kulturbüro-Chef Kurt Eichler, sei das mutig und beachtlich: „Dass er sich so klar positioniert, hat mich positiv überrascht.“

Diese Rede hätte kein Deutscher halten dürfen, glaubt Gisela Koch von der Stadt- und Landesbibliothek. Rafik Schami dürfe, meint Wolf-Dieter Sonnenburg, ehemaliger Buchhändler der Buchhandlung Krüger. Der Inhalt überraschte ihn wenig: „Man würde ihn verkennen, wenn man in ihm nur den Erzähler märchenhafter Geschichten sieht. In verkappter Form und mit den Mitteln des Humors sind sie auch ein Aufbegehren gegen Unfreiheit und Intoleranz.“

„Ich habe noch keine Nelly-Sachs-Preis-Verleihung erlebt, bei der so viel gelacht wurde“, vergleicht Prof. Hans Bohrmann. Das sah auch Kabarettist Ilhan Atasoy so: „Eine sehr gute, unkonventionelle Rede, in der er klar seine Meinung gesagt hat. Er kann sehr gut unterhalten, fast wie ein Kabarettist.“

Lesen Sie jetzt