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Viele Schüler taugen nicht für eine Lehre

Seit Monaten steht die heimische Wirtschaft in der Kritik, weil nach wie vor hunderte Jugendliche in Dortmund vergeblich auf einen Ausbildungsplatz warten.

22.08.2007

IHK-Präsident Udo Dolezych brach gestern in einem Pressegespräch eine Lanze für die Unternehmen. Die Vermittlung von Lehrstellen sei eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe". "Es ist nicht das Problem, gut ausgebildete Schulabgänger unterzubringen." Politischer Sprengstoff liege bei der hohen Zahl von Jugendlichen, denen die Ausbildungsreife fehle, "die nicht wollen oder können." Dolezych: "Es ist zu einfach zu sagen, die Wirtschaft muss für alle Jugendlichen Lehrstellen vorhalten."

Dolezych betonte, dass zahlreiche Jugendliche nicht reif für eine Ausbildung seien. Dies lasse sich zwar mangels Erhebung nicht mit exakten Zahlen belegen, doch die Betriebe hätten ihre Beschwerden über Auszubildende in den vergangenen Jahren immer schärfer formuliert. "Früher hieß es, wir haben ein paar Probleme, heute reden die Ausbilder von einer Katastrophe."

Kein Wunder also, wenn der IHK-Präsident nichts von einer Ausbildungsplatzumlage hält. Durch eine Umlage würden keine Lehrstellen geschaffen. Vielmehr drohe eine Umlage, die vorhandene Ausbildungsstruktur zu zerstören. "Die Unternehmen sind es leid, andauernd belastet zu werden."

Dolezych verwies darauf, dass von den Unternehmen der Kammer bis Ende Juli rund 3130 Ausbildungsverträge "und damit so viele wie noch nie" abgeschlossen worden seien. Gegenüber 2006 sei das eine Steigerung der Zahl der Lehrstellen um 17,3 Prozent. Nach den Worten von Dolezych sind in der Online-Ausbildungsbörse der IHK momentan noch 70 Lehrstellen nicht besetzt, weil es an ausbildungsfähigen Jugendlichen fehle. Vor allem große Betriebe bemängeln demnach fehlende Qualitäten der Bewerber, bei denen der Anteil an Jugendlichen, die schon vor geraumer Zeit die Schule verlassen haben, deutlich gestiegen ist. Dolezych führt diese Entwicklung auch auf die unzureichende Leistungsbereitschaft und zu geringe Motivation zurück.

Gleichwohl würden aber auch solche Jugendlichen "nicht allein gelassen". Durch Einstiegs-Qualifizierungen und Nachvermittlung könnten viele noch eine Lehrstelle finden. ar

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