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Von Messern und Mixern

"Ey Alter, sollen wir tauschen?" Fedor wirft Bruno einen auffordernden Blick zu. Doch der schüttelt den Kopf. Fedor winkt ab. "Dann eben nicht. Zuhause gibt es ja noch genug Messer für mich."

27.08.2007

Mit diesen Worten wendet sich der Zehnjährige wieder den Orangenhälften auf der Arbeitsplatte vor ihm zu und presst sie aus. Dazu schwingt er mit den Hüften und singt laut: "Ein Frucht-Shake-Shake-Shake-Baby!"

Unterdessen konzentriert sich der Bruno (9) auf das Messer in seiner rechten und die Kiwi in seiner linken Hand. Das Ergebnis sieht zwar noch recht eckig aus, doch das stört den Viertklässler nicht: "Wird sowieso alles klein geschnitten." Er schiebt das Brettchen zu seinem Kumpel Adrian (10) rüber. "Leg mal los."

Hinter den beiden steht Frank Rothe. Der Projektleiter der Geschmackschule trägt das gleiche weiße T-Shirt wie die Schüler, nur sind auf seinem noch keine Flecken zu sehen. "Das ändert sich, wenn der Mixer ins Spiel kommt", prophezeit er. Vor dem ersten Workshop-Treffen war der Projektleiter hypernervös: "Kann ich den Kindern einfach so ein Messer in die Hand geben?"

Er wurde schnell eines besseren belehrt - die Viertklässler sind nicht nur konzentriert, sondern auch erfolgreich: Amanda (9) präsentiert einen Obstsalat, dazu gibt es Früchte-Müsli und natürlich Fedors Frucht-Shakes. "Yeah", entfährt es ihm. Daran wird er sich in den nächsten Wochen gewöhnen müssen: Neben Pausen-Snacks, Bio-Knabbereien und herzhaftem Abendessen steht auch sein Leibgericht "Spaghetti Bolognese" auf dem Plan.

Zwei Workshops mit je 10 Teilnehmern waren geplant. Nach über 60 Anmeldungen entschied der Verein "Geschmackschule", die kostenlosen Kurse in Zusammenarbeit mit der Lessing-Grundschule auch 2008 fortzuführen. Zehn Module zu Theorie und Praxis gesunder Ernährung werden an zwölf Nachmittagen behandelt.

Bisher konzentrierte sich das Angebot auf Kinder, die nicht im Ganztagsbetrieb untergebracht sind. Gewichtsprobleme seien kein Kriterium gewesen, amüsiert sich Frank Rothe: "Solche Probleme gibt es hier gar nicht. Und wir sorgen dafür, dass das auch so bleibt." dac

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