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Vorhang auf für Frösche und Mäuse

Noch 19 Tage bis zur Premiere. Die Theater-Proben laufen unter erschwerten Bedingungen: Gleich sieben Schauspieler sind in die Herbstferien gefahren. Die restlichen zehn hocken auf dem Boden der Probebühne, teils schon in Kostüm, teils noch in Straßenkleidung.

05.10.2007

"Und die Fische machen schubidubidei", singen sieben von ihnen, legen die Handflächen aneinander und bewegen sie hin und her wie Fischflossen. "Fünf freche Mäuse machen Musik" heißt das Stück, das am 25. Oktober Premiere im Fletch Bizzel feiert. Die Vorlage ist ein kunterbuntes Kinderbuch von Chisato Tashiro, die Darsteller sind allesamt fünf Jahre alt. Um Dramatisierung des Stoffs, Bühnengestaltung und Kostüme kümmern sich Ensemble und Theaterleitung gemeinsam - also Kindergartenkinder und ihre Erzieher. Vorhang auf für den Kindergarten Treibstraße!

Ein Theaterstück für Vorschulkinder? Macht das Sinn? Und wieso bekommen die Kinder dafür eine professionelle Bühne?

Maus-Ohren

Bettina Siepmann sitzt auf der niedrigen Turnhallen-Bank und bastelt Maus-Ohren. "Wir haben hier einen Ausländeranteil von 95 %, die Kinder kommen aus 15 Nationen", sagt die Leiterin. "Theaterspielen verbindet einfach. Viele Kinder blühen dabei auf und gehen aus sich heraus." Doch nicht nur die Treibstraßen-Kinder haben bald ihren großen Auftritt, sondern gleich zwölf Kindergartengruppen aus ganz Dortmund. Sie alle machen mit beim einwöchigen "KindergartenBuchTheaterFestival" (s. Infokasten). Dabei bekommen die Kindergärten bereits zum dritten Mal ein Kinderbuch, das sie zu einem Theaterstück umarbeiten.

"Das ist Leseförderung mal anders", sagt Projektleiter Michael Batt vom Kulturbüro. Natürlich sollen durch das Festival neue Fans des Mediums Buch herangezogen werden. Aber es sei auch einfach eine schöne Initiative, so Batt: "Leuchtende Kinderaugen dutzendfach!" Das kann Bettina Siepmann bestätigen: "Die Theateraufführung ist noch Jahre später ein Thema."

Farbe? "Grüüün!"

Adriana trägt Filz-Ohren und eine graue Jogginghose. Sie spielt eine der Mäuse, die vom Froschkonzert ausgeschlossen werden und beschließen, ihr eigenes Konzert zu geben. "Ich muss noch Text lernen", sagt die Fünfjährige ernst. Die Frosch-Kostüme sind noch nicht fertig. "Welche Farbe kriegen eure Hosen wohl?", fragt Erzieher Lars-Gustav Kuhla. "Grüüün", rufen mehrere Kinder.

Einige Kinder haben sichtlich Probleme, die sieben Minuten aufmerksam zu bleiben. "Trotzdem machen es am Ende alle super", weiß Kuhla, "meist bin ich aufgeregter als die Kinder". Katrin Pinetzki

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