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Vorwurf: Folter im Gefängnis

DORTMUND Tatort Zelle 719 des "Lübecker Hofs": Hier soll ein Häftling vor knapp zwei Jahren brutal gefoltert worden sein. Am Donnerstag begann der Prozess erneut am Landgericht.

von Von Martin Braunschweig

, 06.12.2007

Wenn es stimmt, was in der Anklageschrift steht, muss sich der 47-jährige Angeklagte auf viele weitere Jahre hinter Gittern einrichten. Den "Lübecker Hof" hat er inzwischen natürlich verlassen. Zurzeit ist er in Gelsenkirchen inhaftiert.

Zelle 719 war im Januar 2006 mit vier Männern belegt. Der Angeklagte und ein Kumpel müssen dort so etwas wie die Chefs gewesen sein - und das Opfer offenbar ein Spielball ihrer Frustrationen. "Wir haben oft Karten gespielt, aber die müssen mich ständig betrogen haben", sagte das Opfer. Jedenfalls habe er fast jede Runde verloren, und der Einsatz sei hoch gewesen.

"Die durften sich etwas ausdenken, und ich musste das dann machen", so der Zeuge. Dass er einmal so viel Quark essen musste, bis er sich übergeben musste, sei dabei fast noch das Harmloseste gewesen. Auch Turnübungen, bei denen er sich blutende Wunden am Kopf zuzog, ertrug das Opfer offenbar, ohne sich zu beschweren.

Der heute 41 Jahre alte Mann wäre selbst noch nicht einmal bereit gewesen, seine mutmaßlichen Peiniger anzuzeigen. Das übernahm schließlich der vierte Zellen-Insasse. Zu diesem Zeitpunkt war für die Justiz jedoch nur noch einer der beiden mutmaßlichen Täter greifbar. Der andere Mann ist inzwischen in seiner italienischen Heimat und ließ dem Gericht ausrichten, er denke nicht daran, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

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