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Wacher Nachbar verhinderte Unglück

17.10.2007

"Es tut mir wahnsinnig Leid. Ich hatte nur die Absicht, ihm Angst zu machen und wünschte, ich könnte das Ganze rückgängig machen", sagte der Angeklagte (34) in seinem Schlusswort. Was er damit meinte, hätte in den frühen Morgenstunden des 22. März vor der Wohnungstür seines Nachbarn allerdings beinahe zu einer furchtbaren Brandkatastrophe geführt.

Gestern verurteilte das Schwurgericht den 34-Jährigen aus der Nordstadt wegen versuchter schwerer Brandstiftung zu zwei Jahren Haft. Außerdem ordneten die Richter an, dass der zur Tatzeit stark betrunkene Dortmunder (1,84 Promille) in einer geschlossenen Alkohol-Entziehungsanstalt untergebracht wird. Wahrscheinlich wird diese Therapie die gesamten zwei Jahre in Anspruch nehmen, so dass er nachher gar nicht mehr ins Gefängnis muss.

Was war passiert? Es geschah in einem Wohnhaus an der Borsigstraße. Über Monate schwelte dort zwischen dem Angeklagten und seinem Nachbarn ein bitterer Streit. Auslöser: schlappe 50 Euro - Beteiligungskosten für frühere gemeinsame Trink-Gelage. Der Angeklagte wollte das Geld von seinem Trink-Kumpan ersetzt bekommen. Doch der Nachbar zeigte ihm trotz mehrfacher Aufforderung, endlich die Schulden zu zahlen, stets die kalte Schulter.

Dann brannten beim Angeklagten die Sicherungen durch. Mitten in der Nacht machte er sich erst mit einem Besenstiel am Fenster des Nachbarn zu schaffen. Als das aber keine Wirkung zeigte, ging er über zum Dauer-Klingel-Alarm, indem er einen Tesafilm-Streifen auf die Klingel klebte.

Als der Mann auch daraufhin nicht seine Wohnungstür öffnete, bewaffnete sich der 34-Jährige mit einem Glas Brennspiritus, goss die Flüssigkeit unter den Türspalt seines Nachbarn und zündete sie an. Nur, weil sein Nachbar noch wach war, konnte er die Flammen nach kurzer Zeit löschen und eine Katastrophe verhindern. wvb

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