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Wettbewerb „Appartment Ruhr“ für die Nordstadt beendet

Am Borsigplatz entstehen kreative Gästewohnungen

Die zehn Preisträger des Wettbewerbs „Appartment Ruhr“ stehen fest. Zwei kreative Gästewohnungen am Borsigplatz sollen nun bis zum Sommer verwirklicht werden. Es werden Unterkünfte für Urlauber, Gäste und Kreative.

von Verena Halten

Borsigplatz

, 14.05.2018
Wettbewerb „Appartment Ruhr“ für die Nordstadt beendet

Silvia Liebigs Entwurf lässt die Gäste in einem Stadtplan wohnen. © Oliver Schaper

Kreativ wohnen – und das mitten im „Kreativ.Quartier Echt Nordstadt“. Das soll Besuchern ab Ende des Jahres möglich sein. Jedoch nicht in gewöhnlichen Hotel- oder Gästezimmern, sondern in künstlerisch gestalteten Wohnungen. Jede Einzelne davon soll ein Unikat sein. Entworfen wurden diese von Kreativen aus ganz Dortmund.

Ziel ist ein dezentrales Gästehaus

Begonnen hat alles im Jahr 2016. Nach der ersten Ideenfindung wurde ein Projekt-Team, bestehend aus den Vereinen Concordi-Art, Kulturmeile Nordstadt und Machbarschaft Borsig11 ins Leben gerufen. Es folgte das Initialprojekt „Appartment Ruhr“, das Künstler aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen soll.

Wettbewerb „Appartment Ruhr“ für die Nordstadt beendet

Zehn kreative Köpfe kamen zusammen, vor Ort und auch via Skype, um den Startschuss des Projekts „Appartment Ruhr“ zu feiern. © Oliver Schaper

Im Mittelpunkt von diesem steht ein dezentrales Gästehaus, das sich aus mehreren Wohnungen zusammensetzt, die sich im gesamten Quartier verteilen. Im März rief das Projekt-Team zu einem Wettbewerb auf: Es sollten Gestaltungsvorschläge eingereicht werden. Zehn Entwürfe wurden nun ausgezeichnet.

5000 Euro stehen zur Verfügung

Zwei davon sollen noch in diesem Jahr in der Oesterholzstraße 48 und 52 verwirklicht werden. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW. Für die Konkretisierung einer Wohnungsgestaltung stehen 5000 Euro als Gesamtbetrag für Honorar- und Materialkosten inklusive der Umsatzsteuer zur Verfügung.

Los geht es Mitte Mai. Da werden die Schlüssel von Vivawest übergeben. Im September sollen die beiden ungewöhnlichen Wohnungen bereits bezugsfertig sein. Dann wird sich laut Jurymitglied Guido Meincke von Borsig11 zeigen, „wie die Wohnungen angenommen werden“.

Sehr außergewöhnliche Gestaltung

Von beiden Seiten: von den Gästen, aber auch von den Verantwortlichen, die diese betreuen. Die Machbarkeitsstudie soll laut Meincke jedoch auch Auskunft darüber geben, wie es im nächsten Jahr weitergehen könnte.

Spannend wird laut Jurymitglied Claudia Quick von der Kulturmeile Nordstadt aber auch die Umsetzung der einzelnen Modellwohnungen. Diese sind nämlich nicht nur einzigartig und kreativ, sondern zum Teil auch sehr außergewöhnlich.

Das Quartier Borsigplatz mit allen Sinnen entdecken

In Silvia Liebigs Konzept lebt, schläft und entdeckt man die Nordstadt beispielsweise inmitten eines riesigen Stadtplans. Dieser soll die Besucher dazu animieren, das Quartier mit allen Sinnen zu entdecken und zu erleben.

Erleichtern sollen dies zum Beispiel zahlreiche Abreißblöcke im Wohnraum, die den Gästen den Weg zu den Sehenwürdigkeiten des Stadtteils weisen. Liebig verrät, dass es dabei in erster Linie nicht um „trendige oder zeitgeistige Tipps, sondern auch um ganz pragmatische Sachen“ gehe.

Eine Wohnung mit viel Stahl

Caro Fugazzi hat sich bei ihrer Modellwohnung hingegen komplett dem Thema Stahl zugewandt. „Ich arbeite fast immer mit Stahl“, verriet Fugazzi, die als Bildhauerin tätig ist. Zum anderen aber natürlich auch, weil sie den Stahl mit der Industrie und somit auch mit Dortmund verbinde. Natürlich werden Dinge wie Kissen oder Decken nicht aus Stahl sein, verriet Quick. Der größte Teil des Mobiliars allerdings schon.

Wettbewerb „Appartment Ruhr“ für die Nordstadt beendet

Caro Fugazzi vor ihren Entwürfen. © Oliver Schaper

Alle eingereichten Entwürfe stellen auf sehr unterschiedliche Weise Bezüge auf die Geschichte der Nordstadt her – historischer Art, aber auch zum gegenwärtigen Leben im Quartier. Da erscheinen Geister früherer Generationen, man wird ins Innere eines Hochofens versetzt oder die Nordstadt wird zur Baustelle, an der die Besucher mitbauen können.

Sogar Klanginstallationen waren in der Auswahl

Die künstlerischen Mittel reichen von abstrakten Farbkonzepten über kreatives Möbeldesign bis hin zu großformatigen Foto-, Video- und Klanginstallationen.

Besonders wichtig sei bei der Preisvergabe jedoch gewesen, dass die ausgewählten Konzepte „individuell, kreativ und umsetzbar“ sind, sagt Meincke.