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Weg von den Schubladen

DORTMUND Mit "Monster" (Oscar für Charlize Theron) hatte Produzent Werner Wirsing (3L-Filme) schon einmal ein goldenes Händchen bei der Stoff-Wahl. Kai-Uwe Brinkmann sprach mit ihm über "Adam Hundesohn".

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 09.12.2007

Herr Wirsing, warum dieses Projekt? Werner Wirsing : "Adam Hundesohn" ist nicht der x-te Film über den Mord an den Juden. Das KZ kommt bloß in Rückblenden vor. Es ist ein Film über die Kraft des Geistes, über die Selbstheilung der Seele. Ein geschundener Mann findet neue Hoffnung. Ein Post-Holocaust-Film mit einem happy end, das ist das Besondere.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit ihrem Partner Ehud Bleiberg? Wirsing: Er hat mir in Los Angeles von dem Stoff erzählt. Ich habe spontan gesagt, gib mir ein Drehbuch, dann machen wir es. So ist es eine deutsch-jüdische Co-Produktion. Seit ich damals "Exodus" im Kino sah, wollte ich etwas für Israel machen. Ich sehe mich nicht im Hemd des Büßers, aber ich stelle mich der besonderen deutschen Verantwortung.

Wie stehen Ihre deutschen Schauspieler dazu? Wirsing: Die waren Feuer und Flamme. Veronica Ferres hat mich förmlich bekniet, bei Paul Schrader nach einer Rolle zu fragen. Deutsche, die nicht die Bösen, sondern Opfer spielen: Bleiberg und ich wollen weg von den Schubladen. Als deutsch-jüdisches Projekt hat der Film durchaus eine politische Dimension.

Welches Potenzial steckt in ihm? Wirsing: Ich denke, er wird ein Meisterstück, ein Kandidat für Festivalpreise. Und ich sage voraus, dass man Jeff Goldblum für den Oscar nominiert. Wie sich der Film an der Kasse schlägt, ist schwer zu sagen. Start bei uns ist im September.

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