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Weihnachtsmann im Rausch

14.12.2007

Weihnachtsmann im Rausch

<p>Otto Sander Archiv</p>

Sieben großartige Abende hat Otto Sander dem Publikum seit 1999 im Harenberg-Haus geschenkt. Der unvergesslichste war der am Donnerstag mit irischen Geschichten von John B. Keane aus dem neuen Buch "Mehr Whiskey für den Weihnachtsmann".

Fast drei Stunden lang las der von seiner schweren Krankheit gezeichnete und zudem grippekranke 66-jährige große Mime ohne Pause vier Geschichten, in denen Weihnachten die Menschen verändert. Wie immer mit einer Flasche Rotwein auf dem Tisch, die Otto Sander diesmal aber kaum anrührte. Verändert hat aber auch er das Publikum mit seinem dichten Abend.

Zu skurrilen Figuren hat sich der Schauspieler, dessen dunkle, raue, gewaltige Stimme süchtig machen kann, immer hingezogen gefühlt - schon bei seinem ersten Auftritt bei Harenberg im Juni 1999 mit Ringelnatz-Texten. Ein sehr genauer Beobachter der Sprache ist Otto Sander - davon lebten auch seine Rezitationen der Geschichten aus Irland, in denen in der Weihnachtszeit viel getrunken und geprügelt wird.

Liebevoll schlüpfte der Mime mit Stimme und Herz in die Rolle des mittelmäßigen Schauspielers, der als Weihnachtsmann seine beste Vorstellung gibt. Die Stimmchen verschreckter Kinder, denen Keane in seinen Geschichten eine bessere Zukunft schenkt, imitierte Sander. Und auch die Stimmen der Saufbolde und vieler andere sonderlicher Figuren, die schräge Begebenheiten haben mit Knochen, Apfelwein mit einem ordentlichen Schoppen Whiskey oder dem Postboten, der Briefe an eine einsame Mutter schreibt.

Ein Kammerspiel mit der Stimme des großen Mimen mit gewaltiger Präsenz und viel Lesekondition war dieser Abend. - Schade, wenn das sein letzter Auftritt in Dortmund gewesen wäre. JG

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