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Weniger Eheschließungen, mehr Babys

DORTMUND Die tradierte Gesellschaft zeigt Auflösungstendenzen: Zwar wurden 2007 wieder etwas mehr Babys als noch im letzten Jahr geboren, aber die Zahl der Eheschließungen fiel erneut, während die Scheidungsrate kontinuierlich zunimmt. Patchwork-Familien als Gesellschaftsform der Zukunft? Die Statistiken der Standesbeamten lassen dies vermuten.

von von Ulrike Böhm-Heffels

, 27.12.2007
Weniger Eheschließungen, mehr Babys

Sind so kleine Finger: Im Jahr 2007 begrüßten die Dortmunder mehr Babys.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Schwarzgelbes findet! Fand sich: Im Bräutigam floss schwarzgelbes Blut, der Trauzeuge kam in schwarzgelber Jacke, und die Braut hatte gleich zwei Sträuße dabei. Neben einem in Rosa, Sie ahnen es, auch die schwarzgelbe Variante mit Sonnenblumen: „Wählen Sie“, sprach die Braut, und Claudia Hertkens, Dortmunds oberste Standesbeamtin, wählte.

Sie ahnen es... die Sonnenblumen! Das Paar wurde glücklich getraut im Borussia-Park, als eines von sechs Duos, die in diesem  Jahr das Stadion als Ambiente-Ort wählten. Immerhin: Im vergangenen Jahr traute sich hier nicht eins!

Ambiente-Export ist in Dortmund ein Erfolgsmodell

Mit 14 Ambiente-Orten und 25 Trauzimmern quer durch die Stadt ist Dortmund Spitze in Deutschland. Selbst die Stadtväter von Dresden haben angeklopft und wollen das Erfolgsmodell für ihr Elbflorenz kopieren. Das war‘s dann auch schon mit guten Nachrichten. Zwar rollt Dortmund seinen Liebespaaren an den schönsten Orten der Stadt den roten Teppich aus, um darüber in den siebten Ehehimmel zu schweben, aber immer weniger heben ab: Gerade mal 2450 waren es in diesem Jahr. Bis Samstagmittag, dem letzten Termin anno 2007, sprechen die Standesbeamten noch 70 Mal „Liebes Brautpaar...“. Voriges Jahr trauten sich immerhin 2571 Paare. Aber: Vor 30 Jahren waren es knapp 3700, vor 40 gar 5700! Erdrutschartig fiel in den letzten Jahrzehnten die Geburtenrate. 1967 strampelten 9 957 Neugeborene in den Armen ihrer glücklichen Erzeuger, vor drei Jahrzehnten 5109 und 2007 – bis gestern Mittag – 4203. „Immerhin“, freut sich Claudia Hertkens, denn damit begrüßte Dortmund schon jetzt 60 Babys mehr als 2006. Eine Trendwende? Vielleicht beim Wunsch nach Kindern, nicht aber bei bei der Namensfindung. Da rangieren tatsächlich – mit kleinen Verschiebungen – bei den Mädchen Marie/Maria und Sophie auf den vorderen Plätzen, gerne genommen als Doppelnamen (Sophie Marie, Lisa Marie oder Anna Marie), und bei den Jungen Alexander, Leon und Luca. Schall und Rauch sind inzwischen frühere Bestseller wie Chantal, Jacqueline, Jessica, Vanessa, Kevin und Dustin.

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