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Wenn Kirchen wachsen ...

"Orte der Einkehr und des Gebets" stehen zum Tag des offenen Denkmals am 9. September im Mittelpunkt. Wir stellen sie in einer Serie vor. Heute: St. Josef Kirchlinde, St. Urbanus in Huckarde und die Zeche Zollern II/IV.

16.08.2007

Ein "Goldenes Wunder" gibt es nicht nur in der Petrikirche zu entdecken. Auch die St. Josef-Kirche kann mit einem prunkvollen, wenn auch kleineren Antwerpener Schnitzaltar aufwarten: dem "Goldenen Wunder von Kirchlinde". Wie der Petri-Altar stammt auch das Kirchlinder Schwesterstück von 1520 vermutlich aus dem früheren Dortmunder Franziskanerkloster. Und er ist nicht der einzige Kunstschatz in Kirchlinde. Neben Heiligenfiguren aus dem 16. Jahrhundert gehört dazu u.a. eine hochgotische Kreuzigungsgruppe aus dem 15. Jahrhundert.

Zweigeteilt

Ungewöhnlich ist auch die Kirche selbst. Durch den Bevölkerungszuwachs im Laufe der Industrialisierung war die alte romanische Hallenkirche zu eng geworden. Deshalb wurde zur Jahrhundertwende zwischen 1896 und 1906 kurzerhand eine Basilika im neoromanischen Stil angebaut. Der massive Glockenturm ersetzt anstelle des mittelalterlichen Vorgängerbaus die beiden Gebäudeteile. Mit dem Ergebnis, dass St. Joseph nun über zwei Chorräume mit Hochaltären verfügt. Dem "Goldenen Wunder" steht so ein in Rheda-Wiedenbrück gefertigter Schnitzaltar vom Beginn des 20. Jahrhunderts gegenüber. Ablesbar ist der Charakter der Doppelkirche auch an der Stellung der Orgel. Sie ist nicht wie üblich gegenüber dem Altar angeordnet, sondern südlich des "neuen" Chorraums über der Sakristei - wohl, um auch die alte Kirche beschallen zu können.

Eine Doppelkirche mit ähnlicher Geschichte findet sich auch wenige Kilometer entfernt in Huckarde, eingerahmt von historischen Fachwerkhäusern im alten Dorfkern. Auch bei St. Urbanus wurde die alte romanische Hallenkirche aus der Zeit um 1250 für die wachsende Gemeinde zwischen 1897-99 um einen neoromanischen Bau ergänzt.

Älteste Glocke

Zu den besonderen mittelalterlichen Kunstschätzen gehört eine spätgotische Heiligenfigur des Kirchenpatrons St. Urbanus. Die spätmittelalterliche Kanzel zeigt Szenen der "verkehrten Welt" wie etwa den Fuchs, der den Gänsen predigt.

Gegenstück zum "Goldenen Wunder von Kirchlinde" ist in Huckarde im Turm der "Alten Kirche" die wohl älteste Glocke Westfalens, die zwischen 1200 und 1250 hergestellt wurde. Sie gilt damit als älteste Glocke Westfalens.

Wie die Kirchen erzählt auch die Zeche Zollern II/IV im benachbarten Bövinghausen, die ebenfalls am Tag des offenen Denkmals beteiligt ist, ein Stück Industriegeschichte. Sie entstand 1898 als Musteranlage der Gelsenkirchener Bergwerks AG im Jugendstil. Als "Schloss der Arbeit" wurde Zollern II/IV zum ersten Industriedenkmal des Landes und ist heute Zentrale des Westfälischen Industriemuseums. Wer in der Ausstellung die Arbeitsbedingungen der Bergleute kennenlernt, kann nachvollziehen, dass auch die Zeche oft ein "Ort des Gebets" war. Oli

Am Tag des offenen Denkmals (9. .9.) gibt es in St. Joseph , Dasselstraße 1, von 13 bis 16 Uhr stündliche Führungen zur Geschichte der Kirche und zum "Goldenen Wunder von Kirchlinde".

In St. Urbanus , Marienstraße 9, findet um 10 Uhr ein Familiengottesdienst statt, um 12, 14 und 16 Uhr Kirchenführungen mit Turmbesteigung zur ältesten Glocke Westfalens, um 15 Uhr eine Mal-Aktion für Kinder und zum Abschluss um 18 Uhr eine Gregorianische Vesper mit der Choralschola St. Urbanus.

Auf Zollern II/IV , Grubenweg 5, gibt es von 10 bis 17 Uhr regelmäßige Führungen u.a. zum Motto "Schichtgebete, Stoßgebete, Trauerzüge, um 15 Uhr eine ökumenische Andacht in der Lohnhalle.

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