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Wenn Teebeutel fliegen lernen

DORTMUND Eine kalte, zugige Cafeteria auf der einen, kochende Bunsenbrenner und heiße Köpfe auf der anderen Seite: Im Westfalenkolleg war gestern "Weihnachtstunde". Mit Eiern in Flaschen, fliegenden Teebeuteln und Ampeln, die nur auf Grün stehen.

von Von Britta Linnhoff

, 19.12.2007
Wenn Teebeutel fliegen lernen

Können Flaschen Eier legen? Diese Flasche konnte es gestern nicht, auch wenn Physiker Breitenstein da durchaus anderer Meinung ist.

Die Rakete ist in diesem Fall ein Teebeutel. Diese besondere Vorlesung hat  Tradition: klassisches Chemie- und Physikambiente mit BunsenbAls die Rakete um 11.53 Uhr abhebt, steht zumindest eines fest: Paul Breitenstein und Hermann Render lassen sich auch durch Misserfolge nicht aus dem Konzept bringen.renner und Gläsern in der zugigen Cafeteria, die Lautsprecher dudeln eine rockige Version von „Rentier Rudolph“ .

Die beiden Lehrer sind hoch motiviert und ein bisschen nervös. Sie sind in Zeitverzug, weil Physiker Breitenstein sich heute morgen schon ordentlich verfahren hat, als er vom ISAS-Institut den flüssigen Stickstoff abholen wollte. Als um 11.17 Uhr endlich der erste brennende Bunsenbrenner die Aufmerksamkeit auf sich zieht, eilt Paul Breitenstein zu Jackett und Fliege: „Sonst bin ich kein richtiger Physikprofessor“. Chemiker-Kollege Hermann Render hat für seine Ausstattung eine ganz besondere Mütze mitgebracht, eine rote Nikolausmütze: Jetzt gerade ist sie rot, kurze Zeit später kräftig blau, keine Hexerei, wenn die Kopfbedeckung entsprechend präpariert in die richtige Lösung getaucht wird.

Bis die Tee-Rakete unter dem Beifall der Schüler an die Decke geht, hat das Lehrer-Duo Rückschläge zu verkraften: Bei der Frage, ob „Flaschen Eier legen können“, versagt die angewandte Physik, das Ei will nicht raus aus der Flasche. Auch die „chemische Ampel“ zeigt sich resistent gegen alle Eingriffe der beiden Herren: Entgegen aller erfolgreichen Vorversuche bleibt sie stur auf Grün. Hermann Render nimmt‘s mit Humor und kommentiert ganz trocken: „Wer hat schon was gegen lange Grünphasen“.

Ein paar Sekunden dauern die Sequenzen oft nur, stundenlange Vorbereitungen gehen voraus, zusammenschütten, mixen, erwärmen, und immer muss alles ganz frisch sein, sonst geht gar nichts. Unterdessen mixen Helfer neu, die beiden moderierenden Lehrer wollen‘s später noch mal mit den Eiern und den Ampeln versuchen.

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