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Wo Legosteine Musik machen

Für Medienkunst-Interessierte ist die neue Ausstellung in der Hörder PHOENIX Halle ein Muss. Alle anderen sei die Schau "Sie nennen es Realität" wärmstens empfohlen.

05.10.2007

Was Medienkunst heute sein kann, zeigt der Hartware MedienKunstVerein in seiner Schau noch bis zum 21.Oktober. Zu sehen sind 14 Diplomarbeiten von (ehemaligen) Studierenden der Zürcher Hochschule der Künste - junge Talente also, die junge Kunst präsentieren. Originell, witzig, teilweise unglaublich aufwändig

Da hängen 99 Telefone von der Decke (Foto unten). Wer sich einen Hörer schnappt, hört Opernmusik und überraschte Stimmen: "Hör mal, da kommt Musik aus dem Hörer!" Dahinter steckt das Projekt "Opera Calling" der "!Mediengruppe Bitnik und Sven König". Die drei Schweizer haben Wanzen im Zürcher Opernhaus versteckt. Immer, wenn im Saal die Musik einsetzte, klingelte bei zufällig angewählten Menschen in Zürich das Telefon. Nach einer erklärenden Ansage folgte die Übertragung der Oper. "Wir wollten die geschlossene Gesellschaft der Opernszene öffnen", erklärt Sven König. Einige der Angerufenen blieben eine halbe Stunde in der Leitung, das Projekt schaffte es bis in die Schweizer Hauptnachrichten.

Faszinierend die Arbeit "Breaking the News" von Marc Lee. Der 38-Jährige schuf ein Programm, das dem Besucher seine eigene Nachrichtensendung zusammenstellt. Dazu gibt man ein Stichwort wie "Bahnstreik" ein und entscheidet an einem Regler, ob die Präsentation unterhaltsam, kritisch oder informativ sein soll. Automatisch generiert das Programm aus Internet-Angeboten wie Wikipedia, google und YouTube aktuelle Filme, Fotos und Schlagzeilen, die an die Wand projiziert werden. "Auf diese Weise kann sich jeder die Welt zusammenstellen, wie er sie haben will", beschreibt Lee seine medienkritische Arbeit.

Marc Widmer ist nicht nur Medienkünstler, sondern auch DJ und Computermusiker. Um das Komponieren spielerischer und experimenteller zu gestalten, schuf er "Legoloop". Auf einem Plattenteller rotiert eine Legoplatte, auf die der Besucher nach Belieben Steine setzen kann. Die Rhythmen und Klänge variieren je nach Lage und Farbe der Steine: Über dem Plattenteller ist eine Kamera angebracht, die die Position der Steine in unterschiedliche Samples übersetzt.

Parallel zeigt der HMKV die Arbeit "Walkthrough" der Medienkunst-Stipendiatin des Landes, Anne Pöhlmann, die fotografisch einen still gelegten Fußgängertunnel als urbanen Un-Ort inszenierte.

bis 21.10., Hochofenstr./Rombergstr., Do- Fr 11-22 Uhr, Sa-So 11-20 Uhr, Eintritt 4 (erm. 2 ). Begleitprogramm: www.hmkv.de

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