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Wo Spannung ist, ist Leben

SCHÜREN Der neue evangelische Pfarrer Dr. Hanns Lessing möchte die zerstrittene Gemeinde wieder vereinen. Der Theologe freut sich auf engagierte Christen – auch auf die, die sich nach dem Weggang von Dr. Klein von der Gemeinde abwenden.

von Von Peter Bandermann und Birgit Mader

, 27.08.2007
Wo Spannung ist, ist Leben

Dr. Hanns Lessing ist Nachfolger von Dr. Martin Klein. Am kommenden Sonntag hält er seinen ersten Gottesdienst als neuer Pfarrer.

Herr Dr. Lessing, ein großer Graben teilt die Gemeinde. Dr. Lessing: Keine Frage: Es gab heftige Konflikte unter den Menschen, die sich aber auch sehr intensiv und leidenschaftlich mit ihrer Gemeinde identifizieren.

Vorsichtig formuliert: auch gestritten wurde intensiv. Dr. Lessing: Wo Spannung ist, da ist das Leben.

Wie wollen Sie die Krise in der Gemeinde beenden? Dr. Lessing: Es müssen viele Gespräche geführt werden, mit Gruppenleitern und Einzelpersonen. Natürlich auch mit den Gruppen, die sich in der Vergangenheit nicht voll repräsentiert fühlten. Dabei werden wir nichts unter den Teppich kehren. Nicht alle Verletzungen sind verheilt – aber wir sind Kirche, also muss Heilung passieren.

Da sind Sie sehr optimistisch. Dr. Lessing: Ich erfahre aber auch sehr große Unterstützung, denn viele sagen: so, wie es war, kann es nicht weitergehen. Und viele haben auch den Wunsch zu sagen, dass es besser werden muss. Ich persönlich lebe seit fünf Jahren in Schüren und kenne viele Menschen, aber in die Konflikte war ich nicht involviert. Als Pfarrer kann ich neu anfangen.

Fängt die Gemeinde dabei bei Null an? Es heißt, dass es kaum noch Bewerber für die Presbyterwahlen gibt. Dr. Lessing: Schüren hatte bei den Presbyterwahlen immer die höchste Wahlbeteiligung in der Landeskirche. Und wir werden Kandidaten finden und wählen.

Gehen Sie in den Gottesdiensten auf den Konflikt ein? Dr. Lessing: Wir werden die Gottesdienste nicht für innergemeindliche Auseinandersetzungen nutzen.

Wie wollen sie Mitglieder für die Gemeinde gewinnen? Dr. Lessing: Ich will auf alle Menschen zugehen. Bestimmte Arbeitsfelder müssen neu organisiert werden, um Zeit hierfür zu schaffen. So bauen wir einen Geburtstagsbesuchsdienst auf.+

Was spüren Sie persönlich? Dr. Lessing: Nach vielen Jahren internationaler und theologischer Arbeit ist es beglückend, wieder an der Basis zu arbeiten. Das hat mir gefehlt. Hier gibt es viele engagierte Menschen – für einen Pfarrer ist das doch eine tolle Sache.

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