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Zecken - Noch bleiben Erkrankungen Einzelfälle

Blutsauger

DORTMUND Besitzer von Hunden und freilaufenden Katzen wissen es längst: Die Zeckenzeit hat begonnen. Wenn die Krokusse ihre Köpfe durch den Boden bohren, kommen auch die lästigen Blutsauger aus ihren Löchern gekrochen und beißen sich an allem fest, was vier – oder auch zwei Beine hat.

von Von Susanne Riese

, 16.04.2010
Zecken - Noch bleiben Erkrankungen Einzelfälle

Keine Sorge, dieser »gemeine Holzbock« ist nur ein Modell. Aber auch im echten Leben sind die Tiere gruselig.

Das ist nicht nur lästig und eklig, sondern unter Umständen auch gefährlich. Denn die blutgierigen Spinnentiere können zwei ernste Erkrankungen übertragen: Die Frühsomme-Meningoenzephalitis (FSME), eine gefährliche Gehirnhaut-Entzündung, und die Borreliose, die Nerven, Gelenke, Organe und Gehirn schädigen kann.

Und jetzt die gute Nachricht: Nordrhein-Westfalen gilt laut Robert-Koch-Institut nicht als FSME-Verbreitungsgebiet – im Gegensatz zu den südlichen Bundesländern. Wer also vorhat, in Bayern oder Baden-Württemberg zu wandern, sollte sich unbedingt impfen lassen, rät Dr. Uta Ulbrich vom Gesundheitsamt. Auch Osteuropa und Skandinavien gelten als Risikogebiete. Die Infektion mit Borrelien lässt sich leider nicht mit einem Piks vermeiden. Da hilft nur vorsorgliches Verhüllen und pingeliges Absuchen nach dem Ausflug in Wiesen und Buschwerk. Denn dort lauert der Gemeine Holzbock – die hier verbreitete Zeckenart – auf Warmblüter. Hat der Parasit zugebissen, ist beherztes Zupacken mit der Zeckenzange oder -karte angesagt, rät die Medizinerin. Und zwar so schnell wie möglich, da die Infektionsgefahr mit der Bissdauer wächst; aber wer lässt schon eine Zecke unnötig lange auf sich sitzen.

20 - 30 Prozent der heimischen Zecken tragen laut Uta Ulbrich Borellien-Bakterien, doch nur bei drei bis sechs Prozent der Gebissenen trete eine Infektion ein – zu erkennen an einem roten Ring um die Bissstelle, der noch Wochen später auftreten kann. Erkrankungszahlen werden in Dortmund nicht erfasst, es handelt sich nach Auskunft des Gesundheitsamtes aber um Einzelfälle.