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Zeuge macht einen Rückzieher

13.12.2007

Der versuchte Überfall dreier Männer auf eine Spielhallenangestellte am zweiten Weihnachtsfeiertag 2005 in Benninghofen wird wohl nie aufgeklärt werden - der einzige gefasste, mutmaßliche Täter wurde gestern von der 37. Strafkammer des Landgerichts freigesprochen.

"Der Verdacht besteht noch immer, aber dieser allein reicht nicht aus", machte der Vorsitzende Richter deutlich. Und betonte: "Wir mussten so entscheiden, auch wenn damit nicht feststeht, dass die Tat von ihm nicht begangen wurde."

Eine überraschenden Wende läutete den Freispruch ein: Der Hauptbelastungszeuge sagte gestern plötzlich: "Die Angaben, die ich damals bei der Polizei gemacht habe, waren nicht wahrheitsgemäß." Wegen seiner Aussagen war der 24-jährige Angeklagte Ende Januar 2006 sogar festgenommen worden - und vier Monate in Untersuchungshaft gekommen. Gestern gab der Zeuge zu, den Angeklagten angeschwärzt zu haben, weil gegen ihn selbst damals mehrere Verfahren liefen und er sich so eine mildere Strafe erhofft hatte. Nun droht ihm ein weiteres Verfahren wegen falscher Verdächtigung.

Trotz dieser entlastenden Aussage bleiben Fragen offen: Woher hatte der 21-Jährige von dem Überfall vor der Spielhalle gewusst? Warum hatte der Angeklagte bei seiner Festnahme den Ausweis des 21-Jährigen bei sich? Und warum grüßte er ihn in einem Brief, den er aus dem Gefängnis schrieb, obwohl er doch von dem 21-Jährigen verraten wurde? Alles Fragen, die wohl nicht mehr beantwortet werden. Eine klare - und entlastende - Feststellung traf gestern im Zeugenstand allerdings auch die 66-jährige Spielhallenangestellte, nachdem sie den Angeklagten aus nächster Nähe betrachtet hatte: "Dieser Mann war es nicht." if

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