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Zu dick - Stadt wollte Mitarbeiter nicht befördern

Verwaltungsgericht GE

DORTMUND Die Stadt hatte einem Mitarbeiter die Verbeamtung auf Lebenszeit verweigert, weil ihr der Mann zu schwer erschien. Vor dem Veraltungsgericht zeigte sich die Behörde gestern allerdings wieder kompromissbereit und will nun 4000 Euro Schadenersatz zahlen.

von Von Jörn Hartwich

, 21.04.2010

Die kuriose Geschichte begann Ende 2002. Der heute 41-jährige Dortmunder war in das Beamtenverhältnis auf Probe aufgenommen worden. Sein Gewicht – knapp 130 Kilo bei 1,80 m Körpergröße – hatte bis dahin keine Rolle gespielt. Das änderte sich jedoch schlagartig, als die Verbeamtung auf Lebenszeit anstand. „Zu dick“, lautete das Urteil der Amtsärzte. Niemand könne garantieren, dass der Dortmunder seine normale Dienstzeit überhaupt durchstehe.

Die klare Ansage folgte: Der Verwaltungsfachmann solle – bitte schön - erst einmal abnehmen. 12 bis 15 Kilo pro Jahr wären angemessen, hieß es. Der angehende Inspektor hungerte sich in der Folgezeit tatsächlich rund 30 Kilo runter, danach gab es gegen seine gesundheitliche Tauglichkeit keine Einwände mehr. Ungerecht fand er die Sache trotzdem. Schließlich war er durch die verlängerte Probezeit erst später befördert worden. Auch das Verwaltungsgericht hatte am Ende so seine Zweifel, ob damals alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Der Dortmunder sei schließlich schon bei der Einstellung dick gewesen, da habe es allerdings keine Einwände gegeben. Richter Professor Bernd Andrick: „Wir haben unsere Zweifel, ob das geht: Erst einstellen und dann herummäkeln.“ Die 30 Kilo hat der schwergewichtige Beamte inzwischen allerdings wieder drauf. Aber das ist jetzt offenbar egal.