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Zurück aus Afghanistan

DORTMUND Die 65-Jährige widerspricht heftig: Dass sie nicht zurückkehre in das Krisenland Afghanistan stimme absolut nicht. Seit einer Woche ist die Begründerin des 40-Betten-Hospitals Chak-e-Wardak in den afghanischen Bergen wieder in ihrer Heimatstadt Dortmund. Ein wenig früher, als zunächst geplant. Die Situation sei brenzlig geworden, räumt Karla Schefter ein.

von von Ulrike Böhm-Heffels

, 21.08.2007
Zurück aus Afghanistan

Karla Schefter.

Die ehemalige OP-Schwester hat bereits ein so genanntes Open-Ticket für den Rückflug Anfang März gebucht. Dann geht's zurück ins Krisengebiet, aus dem derzeit fast täglich Entführungen gemeldet werden. Zurück zu den Patienten, von denen sie in den letzten Monaten so viele wie nie hatten: 7000 Monat für Monat, davon 52 Prozent Frauen. Und noch einmal 20 Prozent Kinder.

Eine Karla Schefter verlässt ihr Lebenswerk nicht, auch dann nicht, wenn der Einfluss der Taliban in Afghanistan wieder erheblich zunimmt. Die Dortmunderin weiß jedoch ihr Hospital in guten Händen. Sie habe Kontaktadressen in Pakistan, das Hospital habe einen eigenen Sicherheitsdienst, erst am Montag hätte sie noch telefoniert und sie halte Kontakt über E-Mails, ebenfalls zur Botschaft. Ihre Leute seien mit Geld versorgt, mit Diesel, Holz und Lebensmitteln.

Aber Karla Schefter weiß auch, dass die Situation wohl nie so ernst gewesen sei wie jetzt: "Ich habe es vorgezogen, zurück zu kommen. Aberim Winter war ich nie drüben." Geplant gewesen war ohnehin, Anfang September nach Dortmund zu kommen, bevor der Fastenmonat beginnt. "Aber nächstes Jahr ist nächstes Jahr und nicht dieses. Ich gehe zurück." Militärisch seien die Probleme Afghanistans ihrer Meinung nach nicht zu lösen: "Man darf die humanitäre Schiene nicht vernachlässigen." Seit März beschäftigt das Krankenhaus zwei Gynäkologinnen, die auch operieren. Ihre Patientinnen kämen selbst aus vier bis fünf Stunden entfernt liegenden Provinzen. Für die Provinzbevölkerung gilt freie Behandlung. 70.000 Kranke versorgte das Hospital im letzten Jahr. Fast 400.000 Euro verschlang ihre Behandlung. Ein ambulanter Patient kostet 4,32 Euro am Tag, ein stationärer 9,76 Euro.

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