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Zuschläge bei EDG in Gefahr

DORTMUND Der Schuss ging wohl nach hinten los: Drei EDG-Mitarbeiter klagten vor Gericht – und verloren. Möglicherweise müssen jetzt alle Kollegen diese Suppe auslöffeln. Das Trio nahm nicht hin, dass sich seine Akkordzuschläge nicht mehr automatisch jedes Jahr erhöhen.

von Von Achim Roggendorf

, 28.08.2007
Zuschläge bei EDG in Gefahr

Auslöser dafür waren die Bestimmungen des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD), der den Bundesmanteltarifvertrag für Arbeiter (BMT-G) abgelöst. Das Arbeitsgericht Dortmund schmetterte diese Klage ab. Begründung: Mit dem neuen Tarifvertrag sei diese betriebliche Vereinbarung aus „rein formalen Gründen“ unwirksam. Folge: Die EDG darf die Akkordzuschläge nun überhaupt nicht mehr zahlen. 400 Mitarbeiter der Straßenreinigung und Müllabfuhr sind betroffen.

Verständlicherweise brodelt es nun gewaltig in der Belegschaft. In einem Schreiben malt der Betriebsrat bereits den Teufel an die Wand: „Der Arbeitgeber zahlt die Zuschläge nur noch unter Vorbehalt bis zum 17. September.“ Und schwört die Mitarbeiter auf „eine der härtesten Auseinandersetzungen in der Geschichte der EDG ein.“ Und an die Adresse der Geschäftsleitung gerichtet: „Druck wird den gemeinsamen Gegendruck aller Arbeitnehmer in der EDG erzeugen.“

Sollten nämlich die Akkordzuschläge gestrichen werden, hätte jeder Mitarbeiter durchschnittlich 400 Euro netto weniger monatlich im Portemonnaie, heißt es. Das will die Belegschaft natürlich so nicht hinnehmen, macht das doch ein Viertel des Gehalts aus, das zwischen 1900 und 2100 Euro liegt.

Bei der EDG kann man natürlich verstehen, dass die Mitarbeiter sauer sind. Gleichwohl machte Pressesprecher Matthias Kienitz deutlich, dass das Unternehmen keine andere Wahl hat. „Wir können die Zuschläge ohne rechtliche Grundlage nicht mehr weiter zahlen.“ Kienitz wollte die Zahlen übrigens nicht bestätigen. „Darüber ist noch kein Wort verloren worden.“

Gemeinsam mit dem Betriebsrat soll nun nach einer Lösung gesucht werden. Die ersten Gespräche sind am Mittwoch.

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