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Zwangsbeglückt und abgelutscht

31.08.2007

Hömma, Fritz, mir iss die Tage ma sonn Fennomen aufgefallen wie sich bei uns im Städtchen die Begrüssung verändert hat. Wo es früher keinen übba das Händedrücken rausgehenden Körperkontakt gab wird heute rumgebussit auf Teufel komm raus. Kaum willze irgendwem nen guten Tach wünschen da wirst du sofort zum Abschuss freigegeben und von jedem wahllos mit Küssken links und Küssken rechts zwangsbeglückt und abgelutscht.

Bussi-Bussi iss inzwischen sowat von angesacht und dat liegt woll daran dat man sich bei dieser Begrüssungsform nich inne Augen kucken muss und sich berührungstechnisch im Bedarfsfall schomma grenzwertich nahe kommen kann ohne als Grapscher verdächticht zu werden.

Mir als Kerl iss dat mitte feuchte Wangenberührerei beim Hallosagen nich so angenehm und ich lege von Haus aus eigentlich Wert auf ne gewisse Intimdistanz damit bei mir nich gleich ein Fluchtimpuls ausgelöst wird.

Ich bin auch sicher dat ich mir meinen aktuellen Schnupfen bei sonner Überfall-Attacke gefangen hab wo mich ne fremde Kaline mit ihrm Lippenstift angesabbert und mittem Make-up mein Gesicht verschmiert hat. Mitt sonne Obbaflächlickeiten auffe Patty odda inne Kneipe kannze mich echt jagen denn dadurch hamm sich die Menschen ja untereinander nich gleich viel mehr lieb. Ausserdem würd ich vorm nassen und hörbaren Begrüssungs-Bussi gerne wissen ob mein gegenüber gepflegte Zähne hat odda nich denn ich hab auch kein Bock auf Vampir-Albträume. Da iss mir dat klassisch herzhafte Händeschütteln mit ein Lächeln im Gesicht tausendmal lieber als wenn mein Freundeskreis sich verhält wie ein Swingerclub.

Hömma, Fritz, denk jetz watte willz abba ich bleib auch weiterhin beide Begrüssung lieber Quasimodo als dat mich Esmeralda abknutschen muss. Ährlich.

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