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dobeq-Chef blickt skeptisch in die Zukunft

11.12.2007

dobeq-Chef blickt skeptisch in die Zukunft

Heute muss die Dortmunder Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und Ausbildungsgesellschaft, kurz dobeq, wieder mit Protesten rechnen. Die Gewerkschaft verdi ruft dazu die ehrenamtlichen Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt um 17.30 Uhr am AWO-Seniorenzentrum Erna-David auf. Grund für verdi: Die Beschäftigten der AWO-Tochter dobeq haben keinen Tarifvertrag.

Auch dobeq-Geschäftsführer Heinz Feuerborn (Foto) ist alles andere als glücklich mit der Situation, wobei er verdi auch Fehlinformationen ankreidet. So habe die Gewerkschaft behauptet, die dobeq-Beschäftigten sollten auf 14% ihres Gehalts verzichten. "Die 14% beziehen sich auf einen fiktiven Lohn", so Feuerborn, nämlich den, der gezahlt würde, würde der AWO-Tarifvertrag angewandt. Wird er aber nicht.

Mit allen dobeq-Beschäftigen, die nach dem 30. April 2004 eingestellt wurden, wurde das Gehalt frei ausgehandelt. Doch Feuerborn gesteht ein, "dass hoch richterliche Urteile diese Regelung für hinfällig erklärt haben". Rein theoretisch müsse nun jeder der 112 Betroffenen die dobeq verklagen, um seine Ansprüche durchzusetzen. "Das wäre das Aus für uns", so Feuerborn, denn das hieße rund 250 000 Euro zusätzliche Lohnkosten im Jahr. So habe man sich mittlerweile mit 97 von 112 Betroffenen auf ein Angebot geeinigt, das für sie keine Schlechterstellung zum bisherigen Status bedeute, rund 70% bekämen sogar mehr. Sie werden in den AWO-Tarif eingruppiert, allerdings bei einer Absenkung in der Tabelle. "75 000 Euro kostet uns das im Jahr", so Feuerborn.

Das große Problem der dobeq sei, dass sie sich mit regionalen und sogar überregionalen Anbietern ohne Tarifbindung bei Ausschreibungen im Wettbewerb befinde. "Das Lohnniveau ist die wirklich wichtige Größe für uns." In den letzten zwei, drei Jahren habe man bereits rund die Hälfte der Maßnahmen wie auch der qualifizierten Mitarbeiter verloren. Und die Probleme blieben bestehen. Feuerborn will aber auch keine Lohnspirale, die noch weiter nach unten führt. "Bei uns arbeiten Sozialarbeiter und -pädagogen, die 2000 Euro verdienen. Da noch drunter zu gehen, geht eigentlich nicht."

Ob die dobeq bei diesen Problemen auf Dauer bestehen könne, bleibt für Feuerborn daher abzuwarten. kiwi

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