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easyJet zieht vierte Maschine ab

DORTMUND Das Zaudern und Zögern der Politiker zeigt Wirkung. Der englische Billigflieger easyJet wird im Sommer keine vierte Maschine mehr in Dortmund stationieren.

von Von Achim Roggendorf

, 24.10.2007
easyJet zieht vierte Maschine ab

Der Billigflieger easyJet küsste den Flughafen aus seinem Dornröschenschlaf.

Ich will nicht lange um den heißen Brei herumreden. Wir wollen endlich Klarheit“, sagte Deutschlandchef John Kohlsaat am Mittwochabend im Rathaus. Dorthin hatte die CDU-Fraktion eingeladen, um mit Experten der Luftverkehrsbranche und Fachleuten verschiedener Bereiche über die Chancen und Risiken eines Flughafen-Ausbaus zu diskutieren.

Man sei enttäuscht über die Vogel-Strauß-Politik der Verantwortlichen, nahm Kohlsaat kein Blatt vor den Mund. Rat und Verwaltung müssten sich langsam mal entscheiden, was sie wollten: Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum oder Stillstand am Flughafen. easyJet hätte gerne längere Betriebszeiten. Ein Flugverbot ab 22 Uhr bremst den Low Cost Carrier nämlich mächtig aus. Was für die Lärm geplagten Anwohner eine Wohltat ist, wirkt sich schon länger negativ auf die Passagierzahlen von easyJet aus. „Durch eine Ausweitung der Betriebszeiten um eine oder zwei Stunden würden sich uns neue Wachstums-Möglichkeiten eröffnen.“

Rückendeckung erhielt Kohlsaat dabei ausgerechnet vom „Erzfeind“, der Tochter der Lufthansa-Beteiligung Germanwings. Gregor Schlüter, Mitglied der Geschäftsführung, machte sich ebenfalls für längere Betriebszeiten am Airport stark, allerdings nicht mit so markigen Worten. Kohlsaat betonte, dass man Dortmund nicht den Rücken kehren wolle. Eigentlich sei der Standort durch seine kurzen Wege und schnellen Abfertigungszeiten ideal. Und so sieht Kohlsaat weiteres Potenzial. „Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, könnten wir die Zahl der Passagiere auf zwei Mio. verdoppeln.“

Bei den zahlreich erschienen Ausbaugegner hörte man das natürlich gar nicht gern. Ursula Wirtz, die Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Fluglärm, die ebenfalls mit auf dem Podium saß, wollte dann auch keine „Gastgeschenke“ an die CDU verteilten. Im Gegenteil: Sie erinnerte die Christdemokraten an ihren Parteibeschluss. Danach soll die „Startbahn Ruhrgebiet“ nicht ausgebaut werden. Damit nicht genug: Wirtz machte auch deutlich, dass man die Flirtversuche mit der SPD „misstrauisch“ beobachte.

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