Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

t

Reinoldus- und Schiller-Gymnasium

23.04.2010

Dorstfeld K Müberra würde am liebsten direkt an den Präsidenten von Vietnam schreiben und sich über die Kinderarbeit in seinem Land beschweren. Der Brief, den die Neunjährige tatsächlich verfasst hat, wird zwar nicht den Postweg nehmen, aber immerhin in einer Sonderzeitungsausgabe des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums (RSG) erscheinen.Zusammen mit anderen Berichten und Fotos, die sich allesamt mit der Situation armer und unterdrückter Kinder in aller Welt beschäftigen. Die Zeitungsausgabe ist Produkt eines Projekttages, der am Dienstag rund 120 Sechstklässler in einem Ziel vereinte: „Unsere Schüler für die Situation armer Kinder zu sensibilisieren“, wie Studiendirektor Armin Derkmann, Leiter des Projekts, im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten erklärt. Das Projekt, das die Schule seit neun Jahren mit dem Kinderhilfswerk „terre des hommes“ durchführt, hat nach Auskunft Derkmanns drei Bausteine: K „Die Schüler erstellen Biografien fiktiver Kinder, basierend auf den Informationen, die sie bekommen haben.“ K „In einer Zeitungsausgabe berichten die Schüler aus dem Projekt und über Kinderarbeit und -armut. Sie recherchieren im Internet dazu.“ K „Die Ergebnisse werden in den Fluren der Schule ausgestellt und es gibt eine kleine Demonstration auf dem Schulhof für Kinderrechte und gegen Kinderarbeit.“ Eine Arbeit, die für die Zukunft äußerst wichtig sei, wie Anne Lochen von der „terre des hommes“-Arbeitsgruppe Dortmund sagt: „Abhängig vom Elternhaus haben die Schüler mal mehr oder mal weniger Informationen über die Situation Gleichaltriger in aller Welt.“ Umso wichtiger sei es, das Thema auch in einem Projekt wie dem des RSG aufzugreifen. Anne Lochen ist sich sicher: „Bei den Schülern wird etwas hängen bleiben.“ Bei Sechstklässler Tim auf jeden Fall: „Es ist besser, in die Schule gehen zu dürfen, als Zigaretten verkaufen zu müssen“, sagt er beim Anblick des Bildes eines dunkelhäutigen Jungen, der ungefähr in seinem Alter sein dürfte. Und der eben nicht die Wahl zwischen Bildung und Arbeit hat.