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Dortmunder Hauptbahnhof wird Waffenverbotszone

An den Bahnhöfen im Ruhrgebiet hat die Gewalt deutlich zugenommen. Immer mehr Konflikte werden mit Messern ausgetragen. In Dortmund greift die Bundespolizei deshalb zu einem ungewöhnlichen Mittel.

Dortmund

28.06.2018
Dortmunder Hauptbahnhof wird Waffenverbotszone

Regionalzüge stehen im Hauptbahnhof in Dortmund auf Abstellgleisen, während einer (links) in den Bahnhof einfährt. Foto: Bernd Thissen/Archiv

Für den Dortmunder Hauptbahnhof gilt an diesem Wochenende ein nächtliches Waffenverbot. Von Freitagabend 18 Uhr bis Samstagmorgen 7 Uhr und von Samstagabend 18 Uhr bis Sonntagmorgen 7 Uhr gilt ein Mitführverbot für Schuss- und Schreckschusswaffen, Messer aller Art sowie Hieb-, Stoß- und Stichwaffen. Die Bundespolizei hat das Verbot mit einer Allgemeinverfügung verhängt und will die Einhaltung konsequent kontrollieren. Bei Verstößen kann ein Zwangsgeld in Höhe von 100 Euro erhoben werden.

Die Bundespolizei reagiert damit auf zunehmende Gewalt in Bahnhöfen. Im vergangenen Jahr registrierte die für die Ruhrgebietsbahnhöfe zuständige Inspektion Dortmund einen Anstieg der Gewaltstraftaten um 18,7 Prozent. In diesem Jahr gab es den Angaben zufolge am Dortmunder Hauptbahnhof bereits mehr als 50 Zwischenfälle mit Waffen. Unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen komme es gerade an Wochenenden in der räumlichen Enge immer wieder zu Konflikten, die mit gefährlichen Gegenständen und Waffen ausgetragen würden. Das Waffenverbot solle zeigen, „dass wir diese Zunahme der Gewalt nicht dulden“, sagte Inspektionsleiter Oliver Humpert laut Mitteilung.

Wanderer mit einem Messer im Rucksack oder Fahrradfahrer müssten aber nicht befürchten, kontrolliert zu werden. „Das trifft nicht die klassischen Bahnreisenden“, sagte Achim Berkenkötter von der Dortmunder Bundespolizei am Donnerstag. Man nehme vor allem alkoholisierte und polizeibekannte Personen ins Visier.

Ähnliche Aktionen hatte es bereits in Berlin und Hamburg gegeben.