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Wetterdienst warnt weiterhin

Drei Schwerverletzte durch Sturm „Burglind“ in NRW

NRW Trotz der teils orkanartigen Böen ist Nordrhein-Westfalen bei Sturmtief „Burglind“ vergleichsweise glimpflich davongekommen. Im ganzen Land werden drei Menschen bei witterungsbedingten Verkehrsunfällen verletzt. Viel Arbeit für Polizei und Feuerwehr gibt es trotzdem.

Drei Schwerverletzte durch Sturm „Burglind“ in NRW

Ein Bus der Rheinbahn-Linie 742 ist in Haan (Nordrhein-Westfalen) in einen umgestürzten Baum gefahren. Dabei wurde der Bus ohne Fahrgäste erheblich beschädigt, der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Foto: dpa

Mehr als 1500 Mal wurden die Einsatzkräfte etwa wegen umgestürzter Bäume oder überschwemmter Straßen alarmiert, teilte das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste am Mittwoch mit. 128 Verkehrsunfälle habe es durch den Sturm gegeben, dabei seien drei Menschen schwer verletzt worden. Am Mittwochnachmittag hatten Feuerwehrleute die meisten Straßen im Land, die durch umgestürzte Bäume blockiert waren, wieder geräumt.

Im Bahnverkehr kam es zu erheblichen Verzögerungen. In Lünen-Alstedde prallte ein Regionalzug gegen einen entwurzelten Baum und sprang teilweise aus den Schienen. Verletzt wurde niemand. Am Nachmittag war der Triebwagen wieder auf den Gleisen. Die Strecke ist allerdings noch nicht wieder freigegeben.

Lünen Sturmtief Burglind hat Auswirkungen für Bahnreisende in der Region. In Lünen-Alstedde ist ein Regionalzug gegen einen entwurzelten Baum geprallt und teilweise aus den Schienen gesprungen. Verletzte gab es nicht - aber Behinderungen im Bahnverkehr. Der Verkehr wird wohl erst am Donnerstagmorgen wieder regulär laufen.mehr...

Der Deutsche Wetterdienst warnt weiterhin vor möglichen Sturmschäden. Noch bis in die Nacht zum Donnerstag seien starke Regenfälle und Sturmböen bis Windstärke 10 möglich, sagte die Meteorologin vom Dienst in Essen. Der Ruhrverband warnt eindringlich, im Moment auf Spaziergänge im Wald zu verzichten.

Sturmschäden durch Burglind

Ein Baum liegt auf der B500 am Feldberg im Schwarzwald (Baden-Württemberg) auf einem Metzgerei-Lkw.
Der Josbach bei Breitnau im Schwarzwald (Baden-Württemberg) ist nach starken Regenfällen über die Ufer getreten.
Ein Baum liegt in Ratingen (Nordrhein-Westfalen) auf einem Haus.
Ein Baum liegt in Ratingen (Nordrhein-Westfalen) auf einem Haus.
Autos fahren in Frankfurt am Main (Hessen) in der Innenstadt durch eine große Pfütze, die sich nach starken Regenfällen gebildet hatte.
Dachziegel haben in Stolberg (Nordrhein-Westfalen) ein geparktes Auto beschädigt.
Ein Regionalzug sprang in Selm (Nordrhein-Westfalen) teilweise aus den Schienen, nachdem er gegen einen entwurzelten Baum geprallt war.
Ein Regionalzug sprang in Selm (Nordrhein-Westfalen) teilweise aus den Schienen, nachdem er gegen einen entwurzelten Baum geprallt war.
Einsatzkräfte der Feuerwehr Dortmund entfernen in Dortmund einen umgestürzten Baum.
Ein beschädigter Lastwagens steht bei Hagen (Nordrhein-Westfalen) auf der Autobahn 1. Eine Windböe hatte das Dach des Lastzuges abgedeckt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand.
Die Feuerwehr räumt in Hagen (Nordrhein-Westfalen) Äste von einer Straße, nachdem Sturmtief «Burglind» über Nordrhein-Westfalen gezogen ist.
Ein Bus der Rheinbahn-Linie 742 ist in Haan (Nordrhein-Westfalen) in einen umgestürzten Baum gefahren. Dabei wurde der Bus ohne Fahrgäste erheblich beschädigt, der Fahrer kam mit dem Schrecken davon.
Autos stehen auf der B317 am Feldberg im Schwarzwald (Baden-Württemberg) vor einem umgestürzten Baum.
Arbeiter räumen in Stuttgart (Baden-Württemberg) Teile eines Daches von der Straße, das durch Sturmtief «Burglind» beschädigt wurde.
Ein Strommmast bei Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) knickte um.
Dachziegel haben in Stolberg (Nordrhein-Westfalen) ein geparktes Auto beschädigt.
Ein Feuerwehrmann im Korb einer Drehleiter sichert in Essen (Nordrhein-Westfalen) den abgerissenen Teil eines Kupferdaches.
Polizisten beseitigen in Köln (Nordrhein-Westfalen) einen umgestürzten Baum von einer Straße.
Dunkle Wolken ziehen am 3. Januar in Köln (Nordrhein-Westfalen) über den Hauptbahnhof.
Polizisten beseitigen in Köln (Nordrhein-Westfalen) einen umgestürzten Baum von einer Straße.
Polizisten beseitigen in Köln (Nordrhein-Westfalen) einen umgestürzten Baum von einer Straße.

Auch einige Regionalbahnen auf der Pendlerstrecke zwischen Aachen und Herzogenrath fielen laut Bahn wegen eines Baums im Gleisbett aus. Die Regionallinie zwischen Aachen und Düsseldorf musste in beide Richtungen umgeleitet werden. Auf ihrer Homepage informiert die Bahn in NRW zudem über Störungen auf den Linien RE4, RE9, RB51 und RB52 sowie mehrere S-Bahnen.

Lkw kracht in historische Kapelle

Auf der Landstraße 579 zwischen Horstmar und Schöppingen im Kreis Steinfurt kam ein Lkw von der Fahrbahn ab und prallte in eine historische Kapelle. Der 43-jährige Fahrer wurde leicht verletzt. Das Gebäude sei laut ersten Schätzungen einsturzgefährdet, sagte ein Sprecher der Polizei Steinfurt. „Die Ermittlungen dauern an.“ Derzeit schließt die Polizei nicht aus, dass der starke Wind den Lkw von der Fahrbahn gedrückt hat.

Lkw kommt von der Straße ab und kracht in Kapelle

Die Antonius-Kapelle in Horstmar (Kreis Steinfurt) ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet.
Die Antonius-Kapelle in Horstmar (Kreis Steinfurt) ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet.
Die Antonius-Kapelle in Horstmar (Kreis Steinfurt) ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet.
Die Antonius-Kapelle in Horstmar (Kreis Steinfurt) ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet.
Die Antonius-Kapelle in Horstmar (Kreis Steinfurt) ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet.
Die Antonius-Kapelle in Horstmar (Kreis Steinfurt) ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet.
Die Antonius-Kapelle in Horstmar (Kreis Steinfurt) ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet.
Die Antonius-Kapelle in Horstmar (Kreis Steinfurt) ist nach ersten Einschätzungen einsturzgefährdet.

Heinz Schütte von der Antonius-Bruderschaft erfuhr am Telefon von dem Unfall. „Ich habe es erst nicht geglaubt, die Kapelle steht nun schon 250 Jahre da“, sagte er. „Es scheint ja alles relativ gut ausgegangen sein. Der Fahrer soll nur leicht verletzt sein, die Pietà (Heiligenfiguren in der Kapelle) sind erhalten geblieben. Da hat Antonius gut geholfen.“ Der Gesamtschaden liegt nach ersten Schätzungen im fünfstelligen Bereich.

Bäume auf Autobahnen und parkenden Autos

Entwurzelte Bäume beschäftigten die Rettungskräfte im ganzen Land. Ein Baum stürzte beispielsweise auf die Autobahn 59 bei Duisburg in Fahrtrichtung Düsseldorf. Der WDR meldete einen verwehten Hochsitz auf der Autobahn 44 zwischen Jülich und Aldenhoven. Im Dortmunder Stadtteil Dorstfeld stürzte ein Baum auf ein parkendes Auto. Die Dortmunder Feuerwehr gab am Nachmittag auf Twitter Entwarnung: „Der Sturm hat sich gelegt. Aktuell laufen noch zwei Sturmeinsätze, 29 Einsätze sind bereits abgearbeitet.“

Laut Polizei standen in Essen und Mülheim Straßen unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Bei der Polizei in Aachen gingen nach eigenen Angaben am Morgen innerhalb von etwa einer Stunde über 200 Notrufe ein. In vielen Fällen habe es sich um Doppelmeldungen gehandelt, beispielsweise wegen eines Baums auf der Straße. Auch in Wesel blockierten umgestürzte Bäume einige Straßen.

Flusspegel in NRW steigen gefährlich an

Die heftigen Regenfälle lassen die Flusspegel in Nordrhein-Westfalen teils gefährlich steigen. Köln und andere Städte wappnen sich für ein drohendes Hochwasser. Die ersten Straßen am Rheinufer wurden bereits überschwemmt, die Schifffahrt läuft nur noch eingeschränkt.

In Köln stand der Rheinpegel Mittwochmittag über 6,50 Metern – und damit gut 30 Zentimeter über der Hochwassermarke I, bei der Schiffe auf der 50 Kilometer langen Strecke zwischen Mondorf und Dormagen ihre Geschwindigkeit drosseln und immer per Funk für Anweisungen erreichbar sein müssen. Für die nächsten Tage erwartet das Hochwassermeldezentrum weiter steigende Pegelstände.

Auch kleinere Flüsse könnten in den nächsten Tagen über die Ufer treten. Etwa an der Sieg und der Ruhr überschritten erste Pegel den Wert der sogenannten Informationsstufe 1. Bei dieser Stufe können Wiesen und Felder überschwemmt werden, Häuser sind aber nicht in Gefahr.

Mit Material von dpa

Ende Oktober hatte zuletzt Sturmtief Herwart in Europa für große Schäden gesorgt:

BERLIN/HAMBURG Abgedeckte Häuser, umgestürzte Baugerüste, überflutete Straßen: In Deutschland und angrenzenden Ländern wütet ein starker Sturm. Mehrere Menschen kommen ums Leben – mindestens zwei davon in Deutschland. Auch die Bahn kämpft mit den „Herwart“-Folgen. mehr...

Berlin/Hamburg Der Sturm ist abgezogen, die Bahn räumt blockierte Gleise frei. Die Schäden reichen weit über die Schienenstrecken hinaus. Tote sind zu beklagen - nicht nur in Deutschland. Vor der Insel Langeoog lief ein Frachter auf Grund. mehr...

Sturmtief „Burglind“ verdankt seinen Namen einer Berlinerin. Sie habe sich die Wetterpatenschaft für das zweite Tiefdruckgebiet dieses Jahres selbst geschenkt, sagte eine Mitarbeiterin des Instituts für Meteorologie der Freien Universität (FU) Berlin. Das Institut vergibt seit 1954 Namen für Hoch- und Tiefdruckgebiete, die das Wetter in Mitteleuropa beeinflussen. In diesem Jahr bekommen die Tiefs weibliche Namen, die Hochs männliche. Begonnen wird am Jahresanfang immer mit „A“. Dann geht es in alphabetischer Reihenfolge weiter. „Burglind“ ist bereits das Tief „Alja“ vorausgegangen. Das erste Hoch des Jahres wird „Adam“ heißen. Patenschaften für Hochdruckgebiete kosten den Angaben nach 299 Euro, bei den Tiefdruckgebieten sind es 199 Euro. In diesem Jahr werden noch Namensgeber für Tiefdruckgebiete mit den Anfangsbuchstaben „Q“ und „X“ gesucht. Bei den Hochdruckgebieten sind noch Patenschaften mit den Anfangsbuchstaben „Q“, „X“, „Y“ und „Z“ zu haben.

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