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Dudamel-Meister José Antonio Abreu gestorben

Caracas. Durch sein berühmtes Musikausbildungsprogramm „El Sistema“ ermöglichte der Komponist Hunderttausenden Kindern und Jugendlichen einen Ausweg aus der Armut. Sein berühmtester Schüler verabschiedete sich von dem Maestro.

Dudamel-Meister José Antonio Abreu gestorben

José Antonio Abreu ist im Alter von 78 Jahren gestorben. Foto: Frank Rumpenhorst

Der Gründer des weltweit gefeierten Kinder- und Jugendorchesterprojekts Venezuelas ist tot. Der Musiker und Komponist José Antonio Abreu starb am Samstag nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren, teilten seine Angehörigen mit.

Weltbekannt wurde Abreu ab den 1970er Jahren mit der Gründung des vielfach kopierten Musikbildungsprogramms „El Sistema“ (das System). Der berühmteste Spross des Programms, Stardirigent Gustavo Dudamel, verabschiedete sich mit rührenden Worten von seinem Meister.

„Meine ganze Liebe und ewige Dankbarkeit unserem Vater und Gründer von 'El Sistema'“, schrieb Dudamel auf Twitter über einem Foto von ihm und Abreu. Auch Venezuelas Präsident Nicolás Maduro würdigte dem Komponisten in der Hauptstadt Caracas: „Der Maestro ist von uns gegangen. Danke für alles, was Sie uns gegeben haben.“

Abreu wurde am 7. Mai 1939 in Valera im Westen des südamerikanischen Landes geboren. Vom Beruf war er Ökonom, zum Erfolg kam er als Komponist, Pianist, Cembalo- und Orgelinterpret. 1975 gründete er sein staatlich finanziertes Musikausbildungsprogramm. Mit dem Projekt zur Schaffung eines Netzwerks von Kinder- und Jugendorchestern schaffte er es, jungen Leuten über die Musik einen Ausweg aus Armut und Perspektivlosigkeit zu ermöglichen.

„'El Sistema' ist ein soziales Projekt, weil es durch die Musik zur Entwicklung des Menschen beitragen will; und ein nationales Projekt, weil es das ganze Land zur Teilnahme bewegen will“, sagte Abreu in einem seiner letzten Interviews. Seit der Gründung sind bei dem Musikprogramm Hunderttausende Kinder und Jugendliche vor allem aus den Armenvierteln Venezuelas ausgebildet worden.

Das Erfolgsprojekt trug Abreu Anerkennung im gesamten politischen Spektrum ein, „El Sistema“ blieb auch nach Regierungswechseln und ideologischen Kehrtwenden bestehen. 2008 wurde die Orchesterschule mit dem angesehenen Prinz-von-Asturien-Preis (heute: Prinzessin-von Asturien-Preis) in Spanien ausgezeichnet.

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