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Ein Aufsteiger, aber zwei Sieger

Lemgo Samstagmittag, kurz nach eins. Ulla Baackmann, Trainerin der "Modern Dance Force", gibt das Ziel vor: "Alles, was nach der Vorrunde kommt, ist Bonus." Zehn Minuten später sagt ihre Schermbecker Kollegin Friederike Betz zu ihrem Team: "Ihr sollt von der Fläche kommen und mit euch zufrieden sein."

07.10.2007

Samstagabend, gegen 21.50 Uhr. Der Sauerstoff in der Lipperlandhalle in Lemgo ist längst verbraucht, als laute Jubelschreie, die verhaltenen Worte vom Mittag der Tiefstapelei entlarven. Die "Modern Dance Force" ist nach einem Jahr in der Zweitklassigkeit zurück in der 1. Liga. Dass sie den 6. Platz belegt, wird zur Nebensache. Bis die "Dancing Rebels" des TC Grün-Weiß Schermbeck in Siegesgesang ausbrechen dauert es etwas länger. Platz 7 bei den Deutschen Meisterschaften im Jazz- und Modern Dance - das ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Doch auch sie stehen an diesem Samstag knapp vor dem Aufstieg - und scheitern.

Impuls statt Rebels

Denn der Bundesliga-Achte, "Impuls" (Foto) vom TC 71 Egelsbach, tanzt ebenfalls im Finale. Nach einer erfolglosen Saison hatte die Mannschaft ihre alte Choreographie aus dem Mottenschrank geholt und damit die Wertungsrichter überzeugt. Platz vier in der Abschluss-Wertung: Das ist der Klassenerhalt.

Rückblick: Samstagabend, gegen 20.40 Uhr. Schermbeck und Wulfen stehen im Finale der Meisterschaft. Drei Konkurrenten um den Aufstieg in die 1. Bundesliga sind bereits ausgeschieden: "Jata" vom SV Klein Gerau, "Point" von der TG Bobstadt (beide in der Vorrunde) und "Colony of Dance" vom Markgräfler TSC Müllheim (Zwischenrunde). Allein "Impuls" kämpft mit den "Dancing Rebels" und der "Modern Dance Force" um die zwei Plätze im Oberhaus.

Angespannt

Vergessen sind die zurückhaltenden Worte, jetzt will jeder den Aufstieg. Unbedingt. Die "Dancing Rebels" müssen als erste auf die Tanzfläche. Ihre Anspannung ist sichtbar. Friederike Betz streicht Tänzerin Marion Olbing aufmunternd über den Rücken. Dann winden sich zum letzten Mal an diesem Abend die zarten Klänge von Yann Tiersens "L` Absente" durch die Halle. Die Tänzer legen noch einmal alle Kraft in die weichen, fließenden Bewegungen und die Hebefiguren. Sie zeigen das, was Friederike Betz später einen "würdigen Abschied" nennt.

Auch die Wulfener treten mit versteinerten Mienen an die Tanzfläche. Als die metallischen Dissonanzen zu Kraftwerks "Roboter" jedoch die Hallenluft zerschneiden, sind die Tänzerinnen wie aufgedreht. Scharf wie Klappmesser sind ihre Bewegungen. Sie hüpfen, springen, schlagen sich. Nehmen jeden Akzent auf, als würde die Musik ihre Körper führen. Ein verdienter Aufstieg.

Goslar ist Meister

Egal ob Technik, Ausdruck oder Choreographie - bei "J.E.T" vom MTV Goslar stimmte am Samstagabend alles. Viermal hatte die Formation in der 1. Bundesliga den ersten Platz geholt. Siebenmal zogen die Wertungsrichterinnen das Schild mit der eins. Verdient. Ihr Auftritt als durchgeknallte Blaskapelle, die gerne mal den falschen Ton trifft, und damit ihren Kapellmeister zur Verzweiflung treibt, offenbarte keine Schwächen. Ein großartiges Schauspiel. Ein großartiger Tanz. Sabrina Becker

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