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Ein Ruder-Ass als Managerin

CASTROP-RAUXEL 15 Jahre liegt es jetzt zurück. Das Jahr 1993 - ein großes Jahr für Pia Coenen. Sie trug das weiße Trikot mit dem Bundesadler und feierte einen riesigen Triumph: Sie wurde Weltmeisterin; als erste Ruderin des RV Rauxel. Wir blicken zurück.

von Von Jörg Laumann

, 17.01.2008

Heute ist Pia Coenen 31 Jahre alt. Sie lebt und arbeitet in Hamburg, geht noch für die Ruder-Gesellschaft Hansa an den Start - sofern es der prall gefüllte Terminkalender zulässt. Denn sie ist beruflich stark eingespannt. Seit sechs Jahren wohnt die ehemalige RVR-Athletin in der Hansestadt und ist dort Account Manager für ein international operierendes PR-Agenturnetzwerk.

Gut eingelebt hat sie sich auch in sportlicher Hinsicht, wobei die Vereinssuche in Hamburg überraschende Schwierigkeiten mit sich brachte. Pia Coenen erzählt: "Es gibt dort noch viele traditionelle Rudervereine, die aus Prinzip keine Frauen aufnehmen."

Bei der RG Hansa hatte man solche Vorbehalte nicht. Also geht die Ex-Weltmeisterin seit 2002 für den Verein an der Außenalster ins Boot. An frühere Zeiten reicht das Trainingspensum aber nicht mehr heran. "Die beruflichen Verpflichtungen haben Vorrang", sagt sie.

Eine Ruder-Blitzkarriere

Anfang der 90-er Jahre, damals als Schülerin am Ernst-Barlach-Gymnasium, hatte Pia Coenen eine Blitzkarriere als Ruderin beim RV Rauxel hingelegt. Erst im Alter von 15 Jahren kam sie durch einen Tag der offenen Tür beim RVR zum Rudersport und gewann nicht einmal zwei Jahre später bei den Junioren-Weltmeisterschaften 1993 im norwegischen Oslo die Goldmedaille im Achter mit Steuerfrau.

Ein Jahr später wiederholte sie diesen Erfolg zusammen mit Nicola Schröder (R.K. am Baldeneysee) im Zweier ohne Steuerfrau bei der Junioren-WM in München. Auch nach dem Vereinswechsel zum Essener R. K. am Baldeneysee und dem Übergang in die Erwachsenen-Altersklassen setzte Pia Coenen ihre Erfolgsreihe fort. So gewann sie unter anderem 1997 den Deutschen Meistertitel bei den U23-Juniorinnen im Achter mit Steuerfrau und bei der WM im französischen Aiguebelette die Bronzemedaille im Vierer ohne Steuerfrau. Mit im erfolgreichen Boot saß seinerzeit Pias Schwester Anna.

New York, Rio, Tokio

Das Jahr 2002 war ein Einschnitt in ihrem Leben. Sie schloss ihr Studium der Kommunikationswissenschaften in Essen ab und zog nach Hamburg. Die berufliche Aufgabe in der Hansestadt erfordert einen hohen zeitlichen Aufwand und führt die 31-Jährige regelmäßig auf längere Auslandsreisen nach London oder New York, bisweilen sogar nach Rio de Janeiro oder Tokio. Intensive Beschäftigung mit dem Rudersport fällt da schwer. "Ich versuche, möglichst oft Trainingseinheiten am Morgen vor der Arbeit oder am Wochenende zu absolvieren", sagt Coenen.

Trotz des reduzierten Engagements kann die Ruderin der RG Hansa auch aktuelle Erfolge vorweisen. So nahm sie 2004 mit ihren Vereinskolleginnen an den FISA World Masters in Hamburg teil und belegte dort den ersten Platz in insgesamt drei Bootsklassen (Vierer ohne Steuerfrau, Doppelvierer und Achter mit Steuerfrau). Und auch im Berufsleben als Kommunikationsberaterin spielt der Sport mitunter eine Rolle im Aufgabenfeld von Pia Coenen. So gehört dort zum Beispiel das Internationale Paralympische Komitee (IPC) zu den von ihr betreuten Kunden.

Lob für die Nachwuchsarbeit

Den Kontakt in die ehemalige Heimat hat Pia Coenen nie abreißen lassen, zumal die Eltern nach wie vor in Castrop-Rauxel leben. Noch kurz vor den Weihnachtsfeiertagen 2007 war sie auf einer Feier beim RV Rauxel zu Gast. "Es ist immer wieder sehr nett, die alten Weggefährten dort zu treffen", sagt die Wahl-Hanseatin.

Mit Freude habe sie auch zur Kenntnis genommen, dass im vergangenen Sommer die jungen RVR-Athleten Magdalena Jakschik und Jannis Augustin an die einstigen Weltmeister-Erfolge anknüpfen konnten. "Der RV Rauxel leistet tolle Nachwuchsarbeit", sagt Pia Coenen. Sie muss es ja wissen...

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