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Ein Tag mit den Schwimmmeistern

NORDKIRCHEN Der Fachangestellte für Bäderbetriebe ist heutzutage ein absoluter Allrounder: Schwimmsportler, Sanitäter, Handwerker, Chemiker, Verwaltungskraft und Entertainer. Matthias Münch hat die Judith Bieker und MArio Lülf einen Tag lang bei ihrer Arbeit im Nordkrichener Hallenbad begleitet.

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Ein Tag mit den Schwimmmeistern

Die Fachangestellten für Bäderbetriebe Mario Lülf und Judith Bieker auf dem Ein-Meter-Brett im AquaPark.

Um 5.30 Uhr beginnt Judith Biekers Arbeitstag im Nordkirchener Hallenbad. Sie hat Frühschicht. Um 6 Uhr kommen die ersten Badegäste. Da hat die junge Frau schon einen kompletten Rundgang durch das Gebäude hinter sich. „Zuerst kontrolliere ich, ob alles sauber ist, ob die Wasserwerte stimmen oder irgendwo eine Fliese locker ist“, sagt die Fachangestellte für Bäderbetriebe. Ihr Weg führt sie durch die Umkleiden, die Duschen und rund ums Schwimmbecken.

Wasserqualität wird geprüft

Per Hand prüft sie den Chlorgehalt und den PH-Wert des Wassers. Und sie misst die Temperaturen: mindestens 28 Grad im Wasser und 30 Grad in der Luft. Zum Kontrollgang gehört auch die komplette Technik im Keller: Filter, Pumpen, Chlordosierungsanlage, Heizung und Lüftung. „Wenn etwas defekt ist, reparieren wir es. Nur bei größeren Schäden muss eine Fachfirma kommen. Aber meistens können wir es selbst machen“, erklärt Judith Bieker. Sie sagt „wir“ und schließt damit ihren Kollegen Mario Lülf ein, mit dem sie sich abwechselt. Wenn sie Frühdienst hat, hat er Spätschicht und umgekehrt.

Grundreinigung aller Räume

Montags startet der Badebetrieb erst um 14 Uhr. Denn vormittags steht die Grundreinigung aller Räume an. Dann werden die beiden Schwimmmeister, so die alte Berufsbezeichnung, von Reinigungskräften unterstützt. Den Bereich am Becken übernehmen sie persönlich. Dort kommen der Wassersauger und der Hochdruckreiniger zum Einsatz. Aufsicht Doch das Herzstück der Arbeit ist natürlich die Aufsicht über den Badebetrieb. „Die Nordkirchener machen es uns leicht, sie verhalten sich sehr vernünftig“, schwärmt Judith Bieker. Und so braucht sie nur sehr selten einzugreifen, um zu verhindern, dass ein Kind vom Beckenrand springt oder zu heftig mit Bällen wirft.

Leben retten

Natürlich könnten sie und ihr Kollege im Ernstfall sofort und professionell eingreifen, um einen Badegast aus dem Wasser zu holen und - wenn nötig - wiederzubeleben. Denn das ist ein wichtiger Teil der ausgesprochen umfangreichen Ausbildung. Der Fachangestellte für Bäderbetriebe ist heutzutage ein absoluter Allrounder: Schwimmsportler, Sanitäter, Handwerker, Chemiker, Verwaltungskraft und Entertainer. Zur Ausbildung gehören neben den Schwimmprüfungen mit und ohne Kleidung sowie dem ganzen Bereich von Wasserchemie und Technik auch Bäderorganisation und Animation. Damit die Kasse stimmt, sollen die Besucher nämlich mit speziellen Angeboten ins Bad gelockt werden, etwa Wassergymnastik oder besondere Veranstaltungen mit Musik oder Filmen.

Kurse für Nichtschwimmer

Solche Dinge sind auch in Nordkirchen wieder in der Planung. Bereits am Februar wird es Kurse für Nichtschwimmer zur Erlangung des Seepferdchens geben. Da sind Judith Bieker und Mario Lülf dann auch als Pädagogen gefragt. Grundvoraussetzung für den vielseitigen Arbeitsalltag ist natürlich körperliche Leistungsfähigkeit, vor allem im Wasser. Daran arbeitet Judith Bieker in der Freizeit. Um 13.30 Uhr übergibt sie den Dienst an ihren Kollegen. Dann springt sie ins Becken und zieht ihre Bahnen. Für Mario Lülf dauert die Schicht nun bis 21 Uhr. Auch er trainiert regelmäßig und sagt: „Wenn es drauf ankommt, muss man schnell reagieren können. Das setzt Fitness voraus.“ 

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