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"Ein bisschen zu groß ..."

GREVEN Zweieinhalb, drei, dreieinhalb Millionen Passagiere pro Jahr – das kriegt der Münster Osnabrück International Airport (FMO) hin. Auf dem Papier ...

"Ein bisschen zu groß ..."

Um 3,5 Millionen Passagiere jährlich abfertigen zu können, wurde 2001 ein neues Terminal am Flughafen Münster Osnabrück gebaut. Sechs Jahre später bleiben die Passagierzahlen hinter den Erwartungen zurück.

Für diese Dimension ist er ausgebaut worden – erreicht hat er sie nie. „Alles ein bisschen zu groß, ein bisschen zu großspurig“, kommentiert ein Ex-Aufsichtsratsmitglied heute. Über 50 Millionen Euro hat es gekostet, das zweite, neue Terminal am Flughafen in Greven. Mitte 2001 wurde es eröffnet. Finanziert wurde es aus eigenen Mitteln des FMO, mit Krediten und ohne Zuschüsse des Landes NRW.

Wachstum stagniert

Die Entscheidung, ein neues Terminal in dieser Größe zu bauen, fiel in den Boom-Jahren: Die Passagierzahlen stiegen vor 2000 stetig und kräftig an. Es schien logisch, sich für die Zukunft zu rüsten. Knapp 1,8 Millionen Passagiere hatte der FMO im Jahr 2000 – und eine goldene Zukunft vor Augen. Heute sieht das anders aus und selbst treue Befürworter räumen ein: Das Wachstum stagniert, die Passagierzahlen steigen kaum, könnten gar zurück gehen. Das Terminal, es steht – manchmal – leer ...

War die Entscheidung des damaligen FMO-Aufsichtsrates, ein so großes Terminal zu bauen, richtig ? Gab es 1997/98/99 Zweifel? „Die Diskussion ist erstickt worden“, erinnert sich ein damals Beteiligter im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch Ex-Aufsichtsratsmitglied Jörn Möltgen (Grüne/ Dezember 1995 bis November 1999 für Münster im Gremium) kann sich an Zweifel nicht erinnern: „Im Aufsichtsrat gab es keine ernsthafte kritische Diskussion, es wurden keine Alternativen aufgezeigt."

Argument Jobmaschine FMO

Der Bau wurde von der FMO-Chefetage glorifiziert. Bei den Vertretern von CDU und SPD hieß es nur Ausbau, Ausbau, Ausbau. Es herrschte blinde Ausbauwut – immer mit dem Argument Jobmaschine FMO“, erinnert sich Möltgen.

Ein damaliger Aufsichtsratskollege, der ungenannt bleiben will, sagt heute: „Ich hab die Schnauze gehalten, obwohl ich wusste, dass es falsch war.“ Das wiederum sieht Walter Lichterbeck (SPD/Greven) anders: „Jubel – und alle hinterher, so war das nicht. Es ist kritisch diskutiert worden über Ausbaustandard und Größe des neuen Terminals.“ 

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