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Einigung nach Vertragspoker: Doll bleibt beim BVB

Dortmund (dpa) Borussia Dortmund setzt weiter auf Thomas Doll. Nach wochenlangem Vertragspoker einigten sich beide Seiten auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2010.

Der im März 2007 verpflichtete Fußball-Lehrer soll den im Mittelmaß versunkenen Revierclub zurück auf die europäische Bühne führen. «Wir haben in intensiven Gesprächen ein tragfähiges sportliches Zukunftskonzept entwickelt», sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Dortmund.

Der Unterschrift Dolls war ein hartes Ringen um Vertragsdetails vorausgegangen. Anders als Sportdirektor Michael Zorc, der sich unlängst mit einem Vertrag bis 2009 begnügen musste, konnte sich Doll mit seinen Forderungen nach einer längeren Laufzeit durchsetzen. Wie Watzke sieht auch der Coach trotz des bisher dürftigen Saisonverlaufs gute Perspektiven für den Bundesliga-Zehnten: «Wir wollen gemeinsam hier noch einiges bewegen. Das hat dieser Club und das haben seine großartigen Fans verdient.»

Darüber hinaus erzielte der Club auch mit Alexander Bade eine Einigung. Bleibt die medizinische Untersuchung des 37 Jahre alten Torhüters ohne negativen Befund, wechselt er mit sofortiger Wirkung vom Zweitliga-Schlusslicht SC Paderborn zum BVB und ist hinter dem vorübergehenden Weidenfeller-Ersatz Marc Ziegler als Nummer 2 eingeplant.

Dem Vernehmen nach musste Doll in den mitunter kontroversen Vertragsgesprächen jedoch auch Einschnitte hinnehmen. So gilt es als unwahrscheinlich, dass der von ihm protegierte, aber von der Vereinsführung kritisch beäugte Mentaltrainer Jürgen Lohr weiter in der bisherigen Form für den BVB arbeiten wird. Eine Entscheidung zu dieser Personalie soll in den kommenden Tagen getroffen werden.

Noch vor Monaten standen die Zeichen beim BVB eher auf Trennung von Doll. Ein lautes Wortgefecht zwischen Sportdirektor Zorc und dem 41-Jährigen Anfang September am Dortmunder Flughafen galt als Indiz für eine fortschreitende Klimaverschlechterung. Zudem klagte der ehemalige HSV-Trainer mehrfach über das kritische Umfeld der Borussia. «Manchmal habe ich das Gefühl, man lebt hier noch in Zeiten, in denen Champions League gespielt wurde, und zieht aus diesen Zeiten das Recht auf vernichtende Urteile», monierte er im November.

Doll hält die hehren Ziele der BVB-Spitze für realistisch. Mit der finanziellen Konsolidierung des BVB soll auch ein sportlicher Aufschwung einhergehen. Dem noch vor drei Jahren von der Insolvenz bedrohten Club stehen laut Watzke schon bald deutlich mehr finanzielle Mittel zur Verstärkung des Kaders zur Verfügung. Die Aussicht auf bessere Zeiten war für Doll ein Grund mehr zu bleiben: «Ich bin glücklich über die Vertragsverlängerung, denn ich arbeite mit Begeisterung und großem Engagement für Borussia Dortmund.»

Neben Doll spielt auch Sebastian Kehl in den Dortmunder Zukunftsplanungen eine zentrale Rolle. Mit Nachdruck drängte der Trainer die Vereinsführung, den zum Saisonende ablösefreien Nationalspieler nicht ziehen zu lassen. Der nach monatelanger Verletzung wiedergenese Kehl liebäugelt mit einem Wechsel ins Ausland.

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