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Eintracht Frankfurt auf Europacup-Kurs

Frankfurt/Main. Es war ein zähes, schwaches und unansehnliches Spiel. Und trotzdem zeigt auch der 1:0-Sieg gegen Hannover 96, dass Eintracht Frankfurt im Europacup-Rennen kaum einbrechen wird.

Eintracht Frankfurt auf Europacup-Kurs

Die Frankfurter Spieler feiern den 1:0-Sieg gegen Hannover 96. Foto: Thomas Frey

Dort, wo Eintracht Frankfurt vielleicht bald spielen wird, ist Gelson Fernandes überall schon gewesen. Manchester City, Sporting Lissabon, Stade Rennes und jetzt Frankfurt.

Die bisherigen Karrierestationen des Schweizer Nationalspielers lesen sich wie eine mögliche Champions-League-Gruppe der kommenden Saison. „Wir haben jetzt noch neun wichtige Spiele. Wenn wir so hart weiterarbeiten, können wir vielleicht etwas erreichen“, sagte Fernandes nach dem 1:0 (1:0)-Sieg der Eintracht gegen Hannover 96.

Was die Frankfurter Saisonziele angeht, ist so ein Satz fast schon das Äußerste, was der gestrenge Trainer Niko Kovac seinen Spielern an Europapokal-Ambitionen durchgehen lässt. Schaut man aber auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga, sind Fernandes' Aussagen fast schon eine gewaltige Untertreibung.

Denn neun Spieltage vor dem Saisonende steht die Eintracht immer noch auf einem Champions-League-Platz. 42 Punkte nach 25 Spielen: Das sind sieben Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Europacup-Platz. Das sind schon jetzt bei Minusgraden Anfang März genauso viele Punkte wie am Ende der gesamten vergangenen Saison. Und das ist eine Zwischenbilanz, wie sie die Eintracht zuletzt vor 24 Jahren mit so schillernden Namen wie Uwe Bein, Uli Stein oder Anthony Yeboah hatte.

Keine Frage: Wer diese Mannschaft am Samstag ächzen und schwitzen sah, der weiß auch, dass es gegen Manchester City oder Sporting Lissabon in der nächsten Saison schwer werden könnte. Gegen Hannover brauchte die Eintracht sogar die Hilfe des Schiedsrichters, um ein zähes und unansehnliches Spiel zu gewinnen. Denn vor dem entscheidenden Tor durch Danny da Costa in der 39. Minute hätte es Abstoß für Hannover und niemals Eckball für Frankfurt geben dürfen.

Trotzdem sah Trainer Niko Kovac auch in diesem Spiel etwas, das ihm wichtig ist und das ihm gefiel: „Die Mannschaft hat einen guten Charakter, eine gute Mentalität und kann nach schlechten Spielen wieder aufstehen. Das ist auch eine Qualität“, sagte er. Kovac ist sich ohnehin sicher: „Mentalität schlägt Qualität.“ Genau das spricht in diesem engen Europacup-Rennen für die Eintracht.

Der Tabellenvierte hat in dieser Saison noch nie zwei Spiele nacheinander verloren. Die Leistung war zuvor beim 0:1 in Stuttgart besonders schlecht gewesen. Für die personellen Voraussetzungen galt das vor dem Spiel gegen Hannover auch. Trotzdem gewann die Eintracht auch ohne ihre drei besten Mittelfeldspieler Omar Mascarell (verletzt), Kevin-Prince Boateng (erkältet) und Mijat Gacinovic (außer Form) - weil Kovac jedem in diesem Kader unter Spannung hält.

Der Matchwinner da Costa köpfte gegen Hannover sein erstes Bundesliga-Tor. Der Vorbereiter Jonathan de Guzman gab nach mehr als viermonatiger Verletzungspause sein Comeback. Auch der Einsatz von Gelson Fernandes folgte laut Kovac dem Credo: „Hannover hat im Mittelfeld eher Handwerker, da wollte ich auch Handwerker im Team haben.“ Das Fazit ist also: Keiner der Genannten kann einen Boateng oder Mascarell gleichwertig ersetzen. Aber jeder von ihnen tat alles dafür, um die entstandenen Lücken so klein wie möglich zu halten. „Der Trainer verlangt manchmal sehr viel von uns“, sagte Fernandes. „Aber an Tagen wie heute sehen wir, wofür die harte Arbeit gut ist.“

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