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Einzelhandel: Trotz Tarifangebot keine Einigung in Sicht

DÜSSELDORF Im Tarifkonflikt des Einzelhandels ist auch nach einem ersten Arbeitgeber-Angebot keine Einigung in Sicht. Im Pilotbezirk Nordrhein-Westfalen bot die Unternehmerseite nach eigenen Angaben 1,7 Prozent mehr Geld ab 1. Oktober an. Sie will diese Gehaltserhöhungen aber nur zahlen, wenn die Gewerkschaft Einschnitten bei den Spät-, Nacht- und Samstagszuschlägen zustimmt.

„Das Angebot ist nicht akzeptabel“, sagte die ver.di- Verhandlungsführerin für NRW, Lieselotte Hinz, am Freitag nach den mehrstündigen Verhandlungen in Düsseldorf. Für die landesweit 400 000 Beschäftigten der Branche wäre der Vorschlag in der Summe ein Minusgeschäft und komme nicht in Frage.

Das Angebot sei schlechter als der Ende April ausgelaufene Tarifvertrag, betonte Hinz. Bei fünf Monaten ohne Gehaltserhöhung betrage das Plus weniger als 1 Prozent. Rechne man die geforderten Kürzungen der Zuschläge hinzu, bleibe für die Beschäftigen ein Minus von knapp 3,7 Prozent. ver.di fordert 4,5 Prozent mehr Geld und einen monatlichen Mindestlohn von 1500 Euro.

Arbeitgeber: Schwierige Situation des Einzelhandels

Die Arbeitgeber erklärten, angesichts der anhaltend schwierigen Situation des Einzelhandels seien ihre Verhandlungsspielräume sehr eng. Spätöffnungszuschläge wollen sie nur noch ab 20.00 Uhr, Nachtzuschläge ab 22.00 Uhr zahlen. Bislang müssen nach Angaben von ver.di Spätzuschläge werktags ab 18.30 Uhr und samstags ab 14.30 Uhr gezahlt werden, Nachtzuschläge sind ab 20.00 Uhr fällig. Änderungen an dieser Regelung lehnt ver.di weiter strikt ab. „Die Zuschläge sind tabu“, sagte Hinz.

Bei den bisherigen Regelungen seien kundenfreundliche Öffnungszeiten unmöglich, argumentieren die Arbeitgeber. Außerdem gefährdeten die hohen Zuschläge Arbeitsplätze im Handel. Deshalb könne es einen Tarifabschluss ohne Anpassung der Zuschläge nicht geben.

Gewerkschaft droht mit Protestaktionen

ver.di hatte in den vergangenen Wochen in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. In Nordrhein-Westfalen waren von den Protestaktionen große Handelskonzerne betroffen. Derzeit gibt es keine Streikaufrufe von ver.di in NRW. Das könne sich aber auch schnell wieder ändern, hieß bei der Gewerkschaft.

Die NRW-Verhandlungen werden am Dienstag in Düsseldorf fortgesetzt.

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