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Einzelhandel bricht ein

Wiesbaden (dpa) Der deutsche Einzelhandel hat im vergangenen Jahr den größten Umsatzrückgang seit fünf Jahren verzeichnet und im Weihnachtsgeschäft einen weiteren Einbruch erlitten.

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Einzelhandel bricht ein

Die Erlöse im deutschen Einzelhandel sind im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

Die Umsätze gingen 2007 nominal um 1,2 Prozent und preisbereinigt um 2,2 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden berichtete. Als Hauptgründe gelten die Mehrwertsteueranhebung, steigende Inflation und verunsicherte Konsumenten. «Die Mehrwertsteuererhöhung hat dem Weihnachtsmann einen Streich gespielt», sagte Hubertus Pellengahr vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE).

Im Dezember sank der Umsatz der Einzelhändler im Vergleich zu Dezember 2006 sogar nominal um 4,9 Prozent und preisbereinigt um 6,9 Prozent. Hier wirkte sich aus, dass viele Verbraucher im Dezember 2006 wegen der Mehrwertsteuererhöhung Käufe vorgezogen hatten. Angesichts der neuen Zahlen für Dezember 2007 musste das Bundesamt seine erste Schätzung für das Gesamtjahr von Anfang Januar nach unten revidieren. Zunächst waren die Statistiker für 2007 von einem nominalen Rückgang von 0,7 bis 1,0 Prozent ausgegangen.

«An das Jahr 2007 kann man nur einen Haken machen», sagte HDE- Sprecher Pellengahr. Im Dezember sei vor allen der starke Rückgang bei den Lebensmitteln überraschend gekommen. Kosmetik oder auch Unterhaltungselektronik seien dagegen noch gut verkauft worden. Für das laufende Jahr rechnet Pellengahr nun mit einer Belebung und einem nominalen Plus von zwei Prozent. Die Rahmenbedingungen wie etwa die höhere Beschäftigung oder die steigenden verfügbaren Einkommen seien nicht so schlecht. Risiken durch ein Abflauen der Weltkonjunktur dürften sich beim Einzelhandel erst im Jahr 2009 auswirken.

Die Commerzbank schrieb in einer ersten Studie, die Monatsdaten aus dem deutschen Einzelhandel hätten bereits zum dritten Mal in Folge enttäuscht. Die Schwäche lasse sich nur zum Teil mit der Belastung durch höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise erklären. «Die schlechten Zahlen deuten aber auch darauf hin, dass die Konsumenten wieder mehr sparen.»

Die UniCredit erklärte in einer Studie, der Rückgang im vierten Quartal von real 3,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal sei der schlechteste Wert seit Frühjahr 1980. «Eine Rezession in der US- Wirtschaft ist nicht das größte Risiko für die deutsche Wirtschaft, sondern der durchschnittliche Konsument.» Nach Einschätzung von UniCredit ist inzwischen eine steigende Angst vor Arbeitslosigkeit bedeutender für die Konsumzurückhaltung als die Preisanstiege bei Energie und Lebensmitteln. Angesichts der guten Arbeitsmarktlage sei dieses Verhalten aber rätselhaft.

Nach den Berechnungen des Bundesamtes verzeichnete im Dezember der Versandhandel mit real minus 13 Prozent den größten Umsatzrückgang. Der Umsatz im Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren ging um real 6,8 Prozent zurück. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln verzeichnete sogar ein Minus von real 7,3 Prozent.

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